Etagenwechsel vom Heuschnupfen zum Pollenasthma:

Prof. Dr. med. Claus Franz Vogelmeier, Leiter der Klinik für Innere Medizin mit Schwerpunkt Pneumologie, am Universitätsklinikum Marburg

Etagenwechsel vom Heuschnupfen zum Pollenasthma: Wie lässt sich das verhindern?

Wie wirkt sich die Therapie bei Patienten aus, die bereits leichte Asthmasymptome haben? Können die Symptome sich zurückbilden oder bleibt es beim Status quo?

Das ist im Einzelfall sehr unterschiedlich. Manche Patienten verlieren ihre Asthmasymptome im Laufe der Therapie, bei anderen ist es so, dass man maximal eine Erhaltung des Status quo erreichen kann. Zu Beginn der Behandlung ist dies nicht absehbar.

Wie lange dauert eine Hyposensibilisierung?

Typischerweise dauert die Hyposensibilisierung drei bis vier Jahre, es gibt jedoch sehr unterschiedliche Therapiekonzepte, die mehr oder weniger zeitaufwändig sind. Es gibt Therapien, die auf nur vier Spritzen im Jahr beruhen. Es gibt jedoch auch Therapien, die nahezu kontinuierlich in zwei- bis vierwöchentlichen Abständen durchgeführt werden. Welche Therapie man bevorzugt, ist abhängig von der persönlichen Einschätzung der Effektivität der verschiedenen Therapiekonzepte.

Insgesamt ist der Therapieaufwand durchaus beachtlich, denn zusätzlich zur eigentlichen Behandlung kommt im Anschluss an die Behandlung noch ein ca. 30 minütiger Aufenthalt in der Praxis hinzu. Dies ist nötig, um eine Sicherheitszone im Hinblick auf mögliche nach der Behandlung auftretende Komplikationen zu haben.

Wird die Hyposensibilisierung von den Krankenkassen übernommen?

Die Spezifische Immuntherapie (SIT) ist eine Kassenleistung.

Gibt es nach vollzogenem Etagenwechsel keinerlei Therapiemöglichkeiten mehr?

Für allergiegeplagte Menschen, die schon ein schweres Asthma haben, gibt es seit einigen Jahren  eine neue Therapieoption, mit Hilfe von monoklonalen Antikörpern die gegen das IgE gerichtet sind. Das IgE ist ein Immunglobulin der Klasse E. Dabei handelt es sich um Antikörper, die im Blut als Reaktion auf das Allergen gebildet werden, und die die allergische Reaktion auslösen. Das Medikament dockt an das Immunglobulin an und verhindert dessen Bindung an Zellen. So lassen sich die Antikörper neutralisieren und die allergische, bzw. die entzündliche Reaktion, unterdrücken.  Bei Patienten mit schwerem Allergischem Asthma hat sich dies als ein wirkungsvolles Therapieprinzip erwiesen.  Die Therapie ist  aufwändig und sehr teuer und wird deshalb nur bei schwer erkrankten Patienten angewendet.

Herr Prof. Vogelmeier, vielen Dank für das Gespräch!

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