Etagenwechsel vom Heuschnupfen zum Pollenasthma:

Prof. Dr. med. Claus Franz Vogelmeier, Leiter der Klinik für Innere Medizin mit Schwerpunkt Pneumologie, am Universitätsklinikum Marburg

Etagenwechsel vom Heuschnupfen zum Pollenasthma: Wie lässt sich das verhindern?

Gibt es auch Möglichkeiten der Asthma-Prävention – lässt sich der Etagenwechsel verhindern?

Wenn man verhindern möchte, dass es zu einem Etagenwechsel kommt, hat man nach aktueller Datenlage nur die Hyposensibilisierungstherapie, die SIT oder spezifische Immuntherapie. Hier wird dem Patienten das krank machende Allergen in steigender Dosis zugeführt. Dies kann in verschiedenen Varianten erfolgen, entweder subkutan, d.h. unter die Haut, oder sublingual, d.h. unter der Zunge, sublingual ist die neuere Variante. Es gibt Hinweise dafür, dass diese Therapie in der Lage ist, den Etagenwechsel zu verhindern.

Ist die Hyposensibilisierungstherapie für jeden Patienten gleichermaßen geeignet?

Man sollte die Therapie bei Patienten in Erwägung ziehen, die jung sind, ein schmales Allergenspektum haben und eine kurze Anamnese. Ist ein Patient z.B. nur auf Pollen allergisch eignet sich diese Therapie sehr gut. Ein Idealfall wäre es z.B., wenn die Allergie nur auf Graspollen oder Frühblüher bestünde, denn dies wäre ein schmales Allergenspektrum . Besteht die Allergie gegen Pollen, Tierhaare und Milben zusammen, was ja häufig vorkommt, wird eine Hyposensibilisierung sehr schwierig.

Es spielt auch eine Rolle, ob der Patient bereits Asthmasymptome entwickelt hat. Die Therapieergebnisse sind umso besser, und die Therapie ist umso weniger gefährlich,  je weniger stark ausgeprägt die Asthmasymptomatik des Patienten ist. Therapiert man den Patienten in einem Stadium, in dem er nur leichte Asthma Symptome aufweist, hat man eine hohe Erfolgschance.

Was sind die Vor- und Nachteile bei der Hyposensibilisierung - gibt es Risiken oder Nebenwirkungen?

Bei der direkten Applikation der Allergene kann es zu Nebenwirkungen kommen. Diese Risiken haben jedoch in den letzten 20 Jahren deutlich nachgelassen, weil die Allergenlösungen immer sauberer geworden sind. Auch weiß man heute, dass eine Behandlung bei einer akuten Erkrankung des Patienten nicht möglich ist. Dennoch kann es in einem ungünstigen Fall zu schwerwiegenden allergischen Reaktionen, bis hin zum Todesfall kommen. Dies kann z.B. dann der Fall sein, wenn bei der subkutanen Applikation ein kleines Gefäß verletzt wird, und so Allergene in die Blutbahn gelangen. Deshalb ist es wichtig, die Patienten im Vorfeld der Hyposensibilisierungsbehandlung genau über den potenziellen Nutzen und die potenziellen Risiken der Therapie aufzuklären.

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden.