Ambrosia Allergie

Dr. Stefan Nawrath, Projektgruppe Biodiversität und Landschaftsökologie in Friedberg

Ambrosia blüht auch im Oktober und verursacht Heuschnupfensymptome

Bayern, Baden-Württemberg und Brandenburg nehmen offensichtlich eine Vorreiterrolle in Bezug auf die Ambrosiabekämpfung ein. Welche Maßnahmen zur Ambrosiabekämpfung treffen diese Bundesländer?

Die genannten Bundesländer haben Aktionsprogramme gegen die Beifuß-Ambrosie erarbeitet, in denen verschiedene Handlungsschritte zur Eindämmung der Art festgelegt sind. Sie umfassen beispielsweise die Bildung von Arbeitsgruppen, die Einrichtung einer Meldestelle und Programme zur gezielten Suche nach der Pflanze. Bayern führt zudem ein detailliertes Monitoring durch, bei dem die Bestandsentwicklung und der Bekämpfungserfolg genau dokumentiert werden.

Die Kosten für die Gegenmaßnahmen sind im Verhältnis zu den zu erwartenden Gesundheitskosten im Falle einer Ausbreitung gering. Zudem sind die meisten Maßnahmen nur befristet erforderlich, bis die Bestände nachhaltig zurückgedrängt sind.

Woran liegt es, dass manche Bundesländer nur wenig zur Bekämpfung von Ambrosia unternehmen?

Die Problematik wird von den Bundesländern unterschiedlich bewertet. Oft gibt es auch Unstimmigkeiten welches Ressort verantwortlich sein soll. Da es derzeit keine gesetzliche Pflicht zur Erfassung und Bekämpfung besteht, ist kein unmittelbarer Handlungsauftrag gegeben.

Wie gehen unsere Nachbarländer mit dem Thema Ambrosia um?

Vorbildlich ist das Vorgehen in der Schweiz, wo in einem frühen Stadium der Ausbreitung mit Hilfe einer gesetzlichen Grundlage sehr wirksam gegen die Beifuß-Ambrosie vorgegangen wurde.

In einigen Ländern wie Ungarn, Frankreich und Italien ist der Zeitpunkt für eine nachhaltige Bekämpfung verpasst worden. Dort fallen inzwischen erhebliche Kosten für die medizinische Behandlungen und Eindämmungsmaßnahmen an.

Woran erkannt man die Ambrosia? Was kann man tun, wenn man eine Ambrosiapflanze findet?

Im Internet ist inzwischen umfangreiches gutes Bildmaterial vorhanden. In verschiedenen Infoseiten wird auf die wichtigen Erkennungsmerkmale hingewiesen. Nahezu jedes Bundesland verfügt auch über Faltblätter die man kostenlos anfordern kann.

Funde im eigenen Garten sollten durch die Eigentümer selber beseitigt werden. Vorkommen außerhalb von Gärten, z.B. in Äckern, Baustellen und Weg- und Straßenrändern sollten bei den örtlichen Behörden und den Meldestellen gemeldet werden, sofern eine Meldestelle vorhanden ist bzw. Interesses an der Thematik besteht.

Herr Dr. Nawrath, herzlichen Dank für dieses Interview!

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