Kreuzallergien Molekulare Allergiediagnostik

Dr. med. Christian Otterstedde, HNO und Allergologe, HNO Praxis am Goetheplatz, Frankfurt

Kreuzallergien: Die Möglichkeiten der Molekularen Allergiediagnostik!

War diese Dezimierung  sinnvoll?

Analysegert molekulare allergiediagnostik Die Bestimmung spezifischer IgE-Antikörper erfolgt innerhalb von 12 StundenEine Dezimierung war durchaus sinnvoll. Man konnte früher den prozentualen Allergenanteil der Hyposensibilisierungslösungen relativ willkürlich frei zusammenstellen. Eine Standardisierung war deshalb zur Qualitätssicherung durchaus sinnvoll. Der Großteil der Sensibilisierungen wird dadurch abgedeckt.

Wie sehen die Erfolgsquoten aus im Vergleich zu anderen Diagnose- bzw. Therapiemethoden?

Die Erfolgsquote für die subkutane Spezifische Immuntherapie liegt bei 85 Prozent. Dies wurde durch eine große Anzahl von Studien, auch Metastudien (die Zusammenfassung und Analyse der Daten aus mehreren Studien), belegt.

Auch die Hyposensibilisierung in Tablettenform und die sublinguale Hyposensibilisierung sind wirksam. In den Studien liegen die Erfolgsraten hier jedoch sowohl in Bezug auf die Wirksamkeit als auch in Bezug auf die Nachhaltigkeit deutlich unter denen der subkutanen SIT. Der Goldstandard ist hier die kosaisonale perenniale subkutane Immuntherapie, das heißt die ganzjährig durchgeführte Immuntherapie, die auch während des Pollenflugs weitergeführt wird, insgesamt für drei Jahre zunächst in wöchentlichem Abstand, dann in monatlichem Abstand. Hier gibt es auch eine Studie, die einen Effekt von über 16 Jahren nachgewiesen hat. Man muss das wie eine Art Impfung sehen, die man dann wieder auffrischen muss.  

Wie sieht die Hyposensibilisierung bei einer Kreuzallergie aus?

Kreuzallergie bedeutet, dass man auf ein Nahrungsmittel eine allergische Reaktion zeigt, weil dessen Molekülstruktur der Struktur des Haupt-Allergens ähnelt. Das Immunsystem greift also z.B. ein Protein aus einem Nahrungsmittel an, weil es dem Haupt-Allergen, z.B. Gräserpollen, dass vom Immunsystem einmal als "gefährlich" eingestuft wurde, ähnelt. Behandelt wird immer die zugrunde liegende Hauptsensibilisierung, weil sie besser behandelbar ist als die Kreuzallergie. Mit der erfolgreichen Behandlung der Hauptallergie gehen dann unter Umständen auch die Symptome der Kreuzallergie zurück. Bei vielen Sensibilisierungen, wie z.B. Nüssen, ist allerdings immer noch die Vermeidungsstrategie entscheidend.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten?

Nahrungsmittelunverträglichkeiten basieren nicht auf einer Immunreaktion, sie können jedoch als Allergie misinterpretiert werden. Deshalb gehört zu einer Diagnose von Nahrungsmittelallergien eine allergologische Diagnostik dazu, einfach um eine Allergie sicher auszuschließen.

In diesem Zusammenhang sollte man auch auf das Thema "IgG4-Tests"  eingehen. Diese werden ausgesprochen intensiv beworben, sind aber im Grunde wertlos. Anders als bei den IgE-Tests, die auf dem  gleichen Messverfahren beruhen und eine klare klinische Bedeutung haben, weisen die Messwerte der IgG4-Tests lediglich den Kontakt mit einem Nahrungsmittel nach, machen aber keine Aussage über die klinische Relevanz. Diese Tests sind ausgesprochen teuer und es werden oft diätetische Empfehlungen ausgesprochen, die eine große Zahl von Nahrungsmitteln ausklammern und die zu Mangelernährung führen können. Hier kann man nur warnen.

Herr Dr. Otterstedde, vielen Dank für das Gespräch!

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