Chronische Allergie Rhinitis Rhinosinusitis

Prof. Dr. med. Wolf Jürgen Mann, Direktor der HNO-Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Johannes Gutenberg Universität, Mainz

Wenn Allergien chronisch werden: Chronische Rhinitis und Rhinosinusitis

Bei der allergischen Rhinitis kann es zu einem Etagenwechsel zum allergischen Asthma kommen. Ist ein solcher Etagenwechsel auch möglich, wenn eine chronische Rhinitis bzw. eine chronische Rhinosinusitis besteht?

Durch die Behandlung einer chronischen Rhinitis bzw. einer chronischen Rhinosinusitis mit einer Immuntherapie kann man den Etagenwechsel verhindern. Ist der Etagenwechsel bereits eingetreten, kann man die Symptome durch die SIT verbessern.


Bis zu welchem Erkrankungsstadium ist eine Immuntherapie noch möglich?

Eine Immuntherapie ist immer möglich, insbesondere wenn die entsprechenden nasalen Befunde bereits vorliegen, d.h. wenn bereits eine chronische polypöse Sinusitis besteht. Man unterscheidet die chronisch polypöse von der chronisch nicht-polypösen  Sinusitis. Gerade in unseren Breitengraden handelt es sich dabei meistens um eosinophile Infektionen.

Allerdings ist es wichtig zu wissen, dass nicht nur die inhalativen Allergene oder die Nahrungsmittelallergene zu einer chronischen Entzündung führen können. Es gibt auch eine spezielle nicht IgE-vermittelte Form der Intoleranz, die zu chronischen Entzündungen führen kann. Dabei handelt es sich um die Salicylatintoleranz, auch ASS-Intoleranz-Syndrom genannt.

Um dieses zu behandeln, muss man gegenüber Aspirin desaktivieren. Das bedeutet, man muss den Patienten mit Hilfe von zunächst geringen, sich regelmäßig steigernden Salicylat-Gaben gegen das Salicylat unempfindlich machen. Man kann hier aber nicht von einer Hyposensibilisierung im Sinne einer SIT sprechen, da es sich beim ASS-Intoleranz-Syndrom um eine Unverträglichkeitsreaktion und nicht um eine IgE-vermittelte Allergie handelt. Vielmehr handelt es sich hier um eine Toleranzinduktion und damit um eine Normalisierung des Arachidonsäure-Stoffwechsels.


Herr Prof. Mann, ganz herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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