Antikörpertherapien Neurodermitis

Dr. med. Andreas Pinter, Medizinischer Direktor Clinical Research und Oberarzt an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am Universitäts Klinikum Frankfurt am Main

Neurodermitis: Können Antikörpertherapien Patienten dauerhaft helfen?

Was unterscheidet die Antikörper-Therapien von traditionellen Neurodermitis-Therapien und welcher Grad an Symptomverbesserung ist zu erwarten?

Diese Form der Neurodermitistherapie kann - ohne zu übertreiben - als wirklicher Umbruch bezeichnet werden. Ärzte werden in Zukunft somit erstmals die Möglichkeit haben, sehr effektiv und gleichzeitig  langfristig das Leiden von Patienten mit Neurodermitis zu lindern. Wir sind somit nicht mehr auf kurze Therapieepisoden, wie sie bei Kortison oder Ciclosporin-A durchgeführt werden sollten, beschränkt, sondern können Patienten nun über Jahre hinweg eine gute Haut schenken. Die Antikörpertherapie scheint ein sehr gutes Ansprechen bei einem Großteil aller Neurodermitispatienten zu haben.

Weiterhin ist auch in Punkto Nebenwirkungen eine weiterer Schritt nach vorne getan worden. Die Daten, die aktuell vorliegen, weisen ein sehr gutes Nebenwirkungsprofil auf – dies deckt sich auch mit unseren klinischen Erfahrungen.

Müssen die üblichen Hautpflegemaßnahmen bzw. andere Medikationen beibehalten werden?

Trotz alledem empfehlen wir unseren Patienten, die die Antikörpertherapie bereits bekommen, (noch) eine regelmäßige Hautpflege durchzuführen. Dagegen werden Kortisoncremes in Zukunft weniger häufig gebraucht werden.

Handelt es sich bei den Antikörpertherapien um permanente Therapien, d.h. muss der Patient die Medikamente lebenslang einnehmen?

Eine komplette Heilung der Neurodermitis kann damit nicht erzielt werden. So weit sind wir leider noch nicht in der Forschung. Dies bedeutet, dass nach dem Absetzten der Behandlung mit Antikörpern, die Hautprobleme früher oder später wiederkommen werden. Ob eine lebenslange Behandlung oder Behandlungsepisoden nach Bedarf das bessere Therapieregime darstellt, werden wir in zukünftigen Studien untersuchen.

Für welche Neurodermitis-Patienten sind die Antikörpertherapien geeignet?

Prinzipiell gibt es keinen Typ der Neurodermitis, der nicht mit der Antikörpertherapie behandelt werden kann. Häufiger stellen schwerwiegende Grunderkrankungen, wie zum Beispiel eine aktive Tuberkuloseinfektion, chronische Hepatitis oder Krebs eine Kontraindikation dar, die den Einsatz der Antikörpertherapie erschweren – in diesen Fällen steht die Sicherheit des Patienten immer an erster Stelle. Da aber auch hier individuelle Lösungen gefunden werden können, um gegebenenfalls doch die Antikörpertherapie zu erhalten, lohnt sich eine Vorstellung und Beratung immer.

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