Schwelmer Modell Neurodermitis

Mechthild Hellermann, Gründerin und Leiterin des Schwelmer Modells

Neurodermitis: Wie hilft das Schwelmer Modell und was kann es leisten?

Zurück zum Beispiel Neurodermitis, was könnten denn bei Neurodermitis „auslösende Faktoren sein und wie würden diese im Schwelmer Modell berücksichtigt?

Bei Neurodermitis könnten z.B. Aeroallergene ein auslösender Faktor sein oder auch die falsche Hautpflege. Möglich ist auch ein immer wieder kehrender Stressor, wie z.B. die Angst vor Klassenarbeiten bei einem Schulkind oder andauernde Spannungen im beruflichen/schulischen Umfeld oder in der Familie. Bei Erwachsenen kann ein solcher Stressor z.B. darin bestehen, dass er das Büro mit einem Kollegen teilen muss, mit dem ein andauernder und nicht lösbarer Konflikt besteht. Solche Faktoren können Neurodermitis-Symptome zumindest verstärken.

Wie ermitteln Sie diese Stressoren?

Die Ermittlung der Stressoren ist Teil des Schwelmer Modells. Ausgangspunkt ist die bereits vorliegende Allergiediagnostik und ein sechsseitiger Fragebogen zur Anamnese, den wir den Patienten bitten auszufüllen, nachdem er die erste Schulungssitzung absolviert hat. Der Patient weiß nach der Schulung besser, worauf es ankommt und seine Antworten werden dann von unserem qualifizierten Team, das u.a. auch aus allergologisch geschulten Ökotrophologen besteht,  analysiert.

Oft stellt sich dann für beide Seiten heraus, dass manches noch unklar ist oder nicht ausreichend verstanden wurde, und die offenen Fragen müssen in einem folgenden Gespräch geklärt werden. In vielen Fällen nehmen wir Rücksprache mit dem behandelnden Arzt und bitten gegebenenfalls um eine weitere Diagnostik, die dann ebenfalls in die Therapie eingeht.

Darauf aufbauend schulen wir den Patienten im ersten Therapieschritt sehr individuell zu Allergiemeidungsstrategien. Sollten Nahrungsmittel bei der Erkrankung eine Rolle spielen, schulen wir den Patienten auch zum Thema Nahrungsveränderung. Dazu ist es in manchen Fällen nötig, zunächst eine diagnostische Diät durchzuführen, um danach eine individuell verträgliche Kost schrittweise aufbauend zu gestalten.

Zu Beginn der Therapie nach dem Schwelmer Model konzentrieren wir uns immer auf die Bereiche Allergie, Ernährung und Hautpflege, weil wir hier für die Patienten die schnellsten Ersterfolge erzielen können. Wenn der Patient die ersten Erfolge registriert, ist dies ein hoher Motivattionsfaktor. Der Patient ist dann auch eher bereit, sich psychologischen Fragestellungen zu stellen.

Ist der psychologische Ansatz denn für alle Patienten relevant?

Im Schwelmer Modell sind der psychologische Ansatz und der pädagogische Ansatz von Anfang an integriert. Die psychische Verfassung eines  Patienten kann einerseits ein möglicher Triggerfaktor sein. Andererseits kann als Folge der chronischen Erkrankung die Psyche leiden und damit womöglich auch wieder die Symptome der Erkrankung verstärken. Deshalb gehören diese Aspekte zum Schwelmer Modell.

Welche konkreten Maßnahmen gehören zum psychologischen Ansatz des Schwelmer Modells?

Eine konkrete Maßnahme innerhalb des Schwelmer Modells ist z.B., dass wir mit unseren Patienten immer Entspannungsmaßnahmen trainieren und dies von der ersten Sitzung an.

Ein chronisch kranker Mensch, der unter seiner Erkrankung leidet, befindet sich naturgemäß auf einem erhöhten Anspannungsniveau. Als erstes muss der Patient lernen, dieses Anspannungsniveau durch Entspannungsübungen bewusst zu senken. Wir bieten verschiedene Entspannungsmethoden an, die wir mit den Patienten experimentell durchführen. Dazu gehören viele verschiedene Techniken wie z.B. Yoga, Autogenes Training, Katathymes Bilderleben oder Mischformen aus verschiedenen Methoden. So können die Patienten selbst entscheiden, was ihnen am besten liegt. Nach meiner Erfahrung wird ein Patient eine Entspannungstechnik nur dann selbstständig anwenden, wenn er sich damit wohlfühlt. Ein weiteres Thema stellt meist die Schulung der Wahrnehmung für eigene Bedürfnisse und auch das eigene emotionale Befinden der Patienten dar. Nur wer sich selber spürt und eigene Befindlichkeit wertschätzt, kann sich um sein eigenes Wohlbefinden kümmern.

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