Neurodermitis: Was sollten Neurodermitiker im Winter beachten?

Viele Patienten mit Neurodermitis leiden besonders im Winter unter Ekzemen und Juckreiz. Denn Kälte und Heizungsluft entziehen der trockenen Haut zusätzlich Feuchtigkeit und machen sie noch empfindlicher, als sie es ohnehin schon ist. Dann genügen kleinste Reize, um einen Schub auszulösen – etwa ein kratzender Schal oder ein Schweißausbruch in der aufgeheizten Straßenbahn. Folgende Maßnahmen helfen, ein Aufflammen bereits im Keim zu ersticken.

Neurodermitis: Hautbarriere stärken

Mit einer angepassten Hautpflege können Patienten ihre Haut gegen Frost und Kälte wappnen und das Risiko für einen Neurodermitisschub wirksam senken. Dafür sollten sie sich die Zeit nehmen, ihre Haut morgens und abends sorgfältig einzucremen. Am besten eignet sich eine Pflege, die speziell für Neurodermitishaut entwickelt wurde. Lotionen und Cremes spenden nicht nur Fett und Feuchtigkeit, sondern führen der Haut auch Bausteine zu, die bei Neurodermitis in der Hautbarriere fehlen. Das sind vor allem Hornfette (Ceramide 1 und 3) sowie das feuchtigkeitsspeichernde Eiweiß Filaggrin. So wird die Hautbarriere gestärkt, die Haut wird geschmeidig, juckt weniger und kann Reizen besser Paroli bieten. Hautpartien, die Wind und Wetter ausgesetzt sind, brauchen eine Creme, die durch einen höheren Fettanteil vor dem Auskühlen schützt. Wer stark unter nässenden Ekzemen und Hautjucken leidet, sollte sich zwei- bis dreimal in der Woche ein kurzes Bad mit einem gerbstoffhaltigen Badezusatz gönnen. Das beruhigt die Haut und lindert den quälenden Juckreiz.

Neurodermitis: Flexibel kleiden

Im Winter lässt es sich fast nicht vermeiden, mehrmals täglich vom Kalten ins Warme zu kommen. Wer dabei weder frieren noch schwitzen will, sollte anstelle einer dicken Jacke besser mehrere dünne Kleidungsschichten übereinander ziehen, die er bei Bedarf flexibel ablegen kann. „Das sollten sich vor allem junge Eltern zu Herzen nehmen“, bemerkt Erhard Hackler, Vorstand der Deutschen Haut- und Allergiehilfe. „Sie neigen oftmals dazu, ihren Nachwuchs in dicke Daunenanzüge einzupacken. Kommen die Kleinen damit von draußen ins Warme, überhitzen sie innerhalb kurzer Zeit. Bei Kindern mit Neurodermitis ist damit der nächste Ekzemschub geradezu vorprogrammiert.“ Die Kleidung sollte aus einem weichen Material bestehen und atmungsaktiv sein. Gut geeignet sind weiche Baumwolle, Viskose und Fleecestoffe. Auch Schals und Strumpfhosen müssen weich und luftdurchlässig sein, denn viele Patienten sind am Hals und an den Kniekehlen besonders empfindlich.

Nerodermitis: Raumluft feucht halten

Heizen trocknet die Raumluft aus und ist daher Gift für feuchtigkeitsarme Haut. Regelmäßige Stoßlüftung und Luftbefeuchter, zum Beispiel eine Schale Wasser auf dem Heizkörper, verbessern die Luftfeuchtigkeit. Außerdem ist es wichtig, auch in der kalten Jahreszeit ausreichend zu trinken.  

Weitere Informationen und praktische Tipps rund um die Neurodermitis gibt es bei der Deutschen Haut- und Allergiehilfe e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dha-neurodermitis.de. Dort ist auch die kostenfreie Broschüre „Basispflege und Therapie bei Neurodermitis“ erhältlich.

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