Neurodermitisschulung

Dr. med. Annice Heratizadeh, Fachärztin für Dermatologie, Venerologie und Allergologie in der Abteilung für Immundermatologie und experimentelle Allergologie an der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie der Medizinischen Hochschule Hannover

AG Neurodermitisschulung (ARNE): Was ist wichtig für die Erwachsenen?

Wo besteht bei erwachsenen Neurodermtis-Patienten der größte Informationsbedarf?

Die Patienten/innen möchten mehr erfahren zur Krankheitsentstehung und zu Therapiemöglichkeiten, hier insbesondere auch zum Thema „Kortison“ und zu „alternativen Heilverfahren“. Aber auch zum Zusammenhang zwischen Neurodermitis und psychischen Einflussfaktoren sowie zum Umgang mit Juckreiz im Alltag besteht ein großer Informationsbedarf. Weiterhin werden Fragen zu Ernährungsfaktoren, möglichen Maßnahmen zur Vorbeugung und zu krankheitsbedingten Kosten gestellt.  

Welche Triggerfaktoren sind bei Erwachsenen ausschlaggebend für einen Neurodermitis-Schub?

Die Ursachen für Neurodermitis sind vielfältig. Neben einer genetischen Veranlagung (Atopie) können äußere Triggerfaktoren wie u.a. Allergene (z.B.  Hausstaubmilben, Pollen oder seltener auch bestimmte Nahrungsmittel), klimatische Faktoren, chemische oder physikalisch-mechanische Irritation, Tabakkonsum und -rauch ebenso wie psychische Faktoren den Hautzustand beeinflussen. Hierbei sollte jeder Fall für sich zu betrachtet werden, um in Zusammenarbeit mit der Patientin/ dem Patienten individuell mögliche Triggerfaktoren zu identifizieren. Dies kann auch mit Unterstützung einer gezielten allergologischen Diagnostik geschehen, die ebenfalls fallabhängig veranlasst wird.

Gibt es Strategien, wie man Neurodermitis-Schübe verhindern kann?

Aufbauend auf der individuellen Krankengeschichte und gegebenenfalls den Ergebnissen einer allergologischen Diagnostik wird das individuelle Therapiekonzept erstellt. Hieraus lässt sich erkennen, dass es kein allgemeingültiges Behandlungsverfahren gibt. Vielmehr haben wir zahlreiche wirksame Therapieoptionen, aus denen dann die geeigneten für jede/n Patienten/in ausgewählt werden. Durch regelmäßige Kontrollen sollte die Therapie im weiteren Verlauf an die individuelle Verträglichkeit und auch den Krankheitsverlauf angepasst oder, falls erforderlich, gegebenenfalls auch wieder verändert werden.

Was allerdings für alle Betroffenen gilt, ist die Tatsache, dass Neurodermitis mit einer gestörten Funktion der Hautbarriere assoziiert ist. Daher ist eine unverzichtbare Therapiemaßnahme die konsequente tägliche Basistherapie der gesamten Haut. Durch Anwendung eines gut verträglichen Pflegepräparates kann das Auftreten von Schüben verzögert und auch der Verbrauch an äußeren kortisonhaltigen Präparaten vermindert werden.

Ebenso sollten Tabakkonsum und auch Passivrauchen vermieden werden.

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