Neurodermitis Kinder Cremen

PD Dr. med. Hagen Ott, Kinderarzt, Hautarzt, Allergologe und Leitender Oberarzt der Pädiatrischen Dermatologie und Allergologie am Epidermolysis bullosa Kompetenzzentrum Hamburg (ELBA), Katholisches Kinderkrankenhaus Wilhelmstift, Hamburg

Neurodermitis bei Kindern: Richtig cremen mit der richtigen Creme!

Ist es bei Neurodermitis sinnvoll, die Kinder vor jedem Eincremen zu baden?

Wasser ist in der Basistherapie als Pflegeprodukt zu betrachten, dessen Anwendungshäufigkeit sich am aktuellen Krankheitsstadium orientiert. So ist es bei akuten Verschlechterungen der Neurodermitis häufig sinnvoll, ein- bis zweimal täglich zu baden, damit Salben- und Hautreste sowie Bakterien abgespült werden. Zusätzlich empfinden viele Patienten das Bad in maximal körperwarmem Wasser als angenehm kühlend und juckreizlindernd. In stabilen Krankheitsphasen sind 2 bis 3 mal wöchentlich durchgeführte Bäder in der Regel ausreichend. In jedem Fall sollte im Anschluss an ein Vollbad oder Duschen das entsprechende Pflegeprodukt erneut aufgetragen werden, um ein Austrocknen zu verhindern.

Was ist bei Kindern mit Neurodermitis in Bezug auf Sonnencreme zu beachten?

Bei Kindern mit Neurodermitis gelten die allgemeinen Regeln zum Sonnenschutz im Kindesalter. So sollten Säuglinge nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden. In dieser Altersstufe ist zudem ein rein textiler Sonnenschutz (Hut, Hose, Hemd plus Sonnenschirm) zu empfehlen. Jenseits des Säuglingsalters sollten anorganische, besser bekannt als physikalische Sonnenschutz-Substanzen (Zinkoxid, Titandioxid) bevorzugt werden, auch wenn nach aktuellem Kenntnisstand Produkte mit organischen (chemischen) Sonnenschutz-Substanzen ebenfalls sicher einsetzbar sind. In jedem Fall ist ein Produkt mit ausreichendem Schutzspektrum (UVA und UVB) zu empfehlen. Ein Lichtschutzfaktor 30 ist bei fast allen Patienten ausreichend. Nur Patienten mit sehr heller Haut und/oder sonnenlicht-abhängigen Erkrankungen wie z. B. der Rosacea ist ein höherer Sonnenschutzfaktor anzuraten.

Herr Privatdozent Ott, herzlichen Dank für dieses Interview!

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