Neurodermitis Kinder Cremen

PD Dr. med. Hagen Ott, Kinderarzt, Hautarzt, Allergologe und Leitender Oberarzt der Pädiatrischen Dermatologie und Allergologie am Epidermolysis bullosa Kompetenzzentrum Hamburg (ELBA), Katholisches Kinderkrankenhaus Wilhelmstift, Hamburg

Neurodermitis bei Kindern: Richtig cremen mit der richtigen Creme!

Neurodermitische Haut kann sich im Laufe der Zeit verändern, wie merken Mütter und Väter, dass die bisher verwendete Creme nicht mehr den Anforderungen entspricht?

Die Basistherapie bei Neurodermitis sollte u. a. stadien-, klima- und alters-adaptiert erfolgen. Hiermit ist gemeint, dass die Haut-Basispflege sich an der jeweiligen Krankheitsaktivität, den klimatischen Umgebungsbedingungen und dem Patientenalter orientieren sollte.

So gilt noch immer die dermatologische Grundregel: "Feucht auf feucht und fett auf trocken". Nässende, akut betroffene Neurodermitis-Areale werden daher am besten mit feuchten Umschlägen behandelt. Hier hat sich z.B. der Einsatz von schwarztee-getränkten Tupfern sehr bewährt. Werden diese nässenden Hautareale stattdessen mit fetthaltigen Cremes und Salben behandelt, werden die Eltern häufig eine ausbleibende Besserung oder sogar Beschwerdezunahme bemerken. In akuten, aber nicht nässenden Neurodermitis-Stadien kann eine wasserhaltige Creme eingesetzt werden, während in der Langzeitbehandlung sehr trockener Haut als Pflegeprodukte am besten Cremes mit höherem Lipid-Anteil oder Fettsalben verwendet werden sollten.

Auch Klima und Patientenalter spielen eine Rolle. So sollten in den Sommermonaten und bei hohen Außentemperaturen zu fettige Cremes und Salben vermieden werden, da sie durch den sogenannten Okklusionseffekt zu irritativen Reaktionen mit verstärkter Hautrötung und Juckreiz führen können. In gleichem Sinne ist die Anwendung stark fetthaltiger Cremes im Gesichtsbereich während und jenseits des Pubertätsalters nicht anzuraten, da hier die körpereigene Produktion von Hautfetten in der Regel ausreichend ist.

Wie häufig sollte man Kinder, die Neurodermitis haben, eincremen?

Die Häufigkeit der Basispflege richtet sich in erster Linie nach dem eingesetzten Pflegeprodukt und der Krankheitsaktivität. Generell gilt, dass ein Pflegeplan am besten individuell, auf den Einzelpatienten zugeschnitten, festgelegt wird, um eine optimale Wirksamkeit zu garantieren.

Bei den meisten Patienten mit chronischer Neurodermitis, die eine fettreiche Pflegecreme oder –Salbe einsetzen, ist die zweimal tägliche Anwendung ausreichend. Bei sehr trockener und verdickter Haut, insbesondere an Händen und Füßen, können häufigere Anwendungen erforderlich sein. In diesen Fällen ist der Einsatz sog. Feuchthaltefaktoren (Moisturizer) sinnvoll. Hierzu gehört im Säuglingsalter v. a. Glycerin, während bei älteren Klein- und Schulkindern sowie Jugendlichen zusätzlich Harnstoff (Urea) in Konzentrationen von 5 bis10 Prozent zugesetzt werden können.

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