Neurodermitis, Symptome, Diagnose, Therapie

Prof. Dr. Peter Schmid-Grendelmeier, Leiter der Allergiestation der Dermatologischen Klinik im Universitätsspital Zürich.

Neurodermitis: Symptome, Triggerfaktoren, Diagnose und Therapien

Wie erfolgt die exakte Diagnose einer Neurodermitis?

Das Wichtigste bei der Diagnose der Neurodermitis ist die Patientenbefragung und die klinische Untersuchung der Haut. Ein erfahrener Arzt kann aufgrund der Krankengeschichte, d.h. des Verlaufs der Erkrankung und anhand des Hautbildes, meist schon eine Diagnose stellen.

Zusätzlich gibt es noch ergänzende Testungen, d.h. den IgE-Test, das ist ein Bluttest und Allergietests. Diese Testungen führt man nicht durch, um eine Diagnose zu stellen, sondern um eventuelle Triggerfaktoren zu identifizieren. Testen würde man z.B., wenn die Neurodermitis im Zusammenhang mit bestimmten Nahrungsmitteln auftritt, oder wenn die Neurodermitis-Symptome sich während der Pollensaison oder bei Tierkontakt verschlechtern. Kommt es zu einer Reaktion auf bestimmte Nahrungsmittel würde man empfehlen, diese zu meiden. Wenn der Patient auf Tierhaare reagiert und genau dieses Haustier besitzt, würde man z.B. bei Katzen empfehlen, diese möglichst nicht ins Schlafzimmer zu lassen.

Ein Haustier muss jedoch nicht zwingend eine Verschlechterung des Ekzems verursachen. Die Hundehaltung kann in Einzelfällen sogar positive Effekte haben. So haben Kinder mit atopischer Vorbelastung, deren Mütter während de Schwangerschaft Kontakt mit einem Hund haben, möglicherweise ein geringeres Risiko, eine Allergie gegen Hundehaare zu entwickeln.

Oft sind bei der Neurodermitis die Hausstaubmilben relevant, die ja das ganze Jahr über vorhanden sind, und diesen Trigger erfasst man nur über Haut- und Bluttests. Kommt es bei den Testungen auf Hausstaubmilben zu Reaktionen, würde man u.a. milbendichte Bettbezüge empfehlen.

In Ausnahmefällen, z.B. zum Ausschluss anderer Erkrankungen, kann auch eine Gewebeprobe der Haut zur Diagnose entnommen werden.

Bei einem Teil der Neurodermitiker spielen auch Nahrungsmittelallergien eine Rolle. Gilt dies für Kinder und Erwachsene gleichermaßen?

Bei Kindern sind Nahrungsmittelallergien als Auslöser nicht selten – bei etwa einem Drittel der Kinder mit Neurodermitis spielen sie eine Rolle. Deshalb ist es bei kleinen Kindern sinnvoll, zusätzliche Blut- und Allergietests durchzuführen.

Bei Erwachsenen mit Neurodermitis sind Nahrungsmittelallergien als Auslöser der Neurodermitis eine große Ausnahme. Viele erwachsene Patienten haben dennoch den Eindruck, dass Nahrungsmittel der Auslöser ihres Ekzems sein könnten, aber hier zeigen die Tests dann oft wenig verwertbare Ergebnisse. Und: Selbst wenn ein Allergietest bei einem Erwachsenen Neurodermitiker positiv reagiert, heißt dies lediglich, dass eine Sensibilisierung vorliegt. Das muss jedoch nicht heißen, dass es deswegen zu klinischen Beschwerden kommt.

Die nächste Frage wäre dann: "Führt es tatsächlich zu einer Besserung der Neurodermitis-Symptome, wenn der Patient das besagte Nahrungsmittel weglässt?" Erst wenn nach sechswöchiger Karenz eine deutliche Symptomverbesserung eintritt, ist es sinnvoll, das betreffende Nahrungsmittel dauerhaft zu meiden – dies gilt übrigens auch für die Kinder.

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