Neurodermitis ADHS

Prof. Dr. Jochen Schmitt, Direktor des Zentrums für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden

Neurodermitis: Gibt es einen Zusammenhang mit ADHS? - Wie sieht das Studiendesign aus? Wie viele Kinder nehmen an der Studie teil?

Wie sieht das Studiendesign aus? Wie viele Kinder nehmen an der Studie teil? Wie gehen Sie vor? Welchen Zeitraum deckt die Studie ab?

Ziel der Studie ist es, die Ursachen für den Zusammenhang von Neurodermitis und ADHS zu erforschen. Insbesondere interessieren uns hier die Reaktion des Immunsystems und hormoneller Regelkreise auf Stress, die Auswirkungen von Schlafstörungen, und die Auswirkungen der Schwere der Neurodermitis auf die mentale Leistungsfähigkeit von Kindern und auf Zeichen eines ADHS.

Das Besondere an unserer Studie ist, dass Dermatologen, Allergologen, Kinder- und Jugendpsychiater und Biopsychologen zusammenarbeiten und das Konzept gemeinsam entwickelt haben. Untersucht werden 4 Gruppen von Kindern:

  1. Kinder mit Neurodermits
  2. Kinder mit ADHS
  3. Kinder mit Neurodermitis und ADHS
  4. Kinder, die weder Neurodermitis noch ADHS haben

Insgesamt sollen in den 4 Untersuchungsgruppen je 45 Schulkinder im Alter von 6 bis 12 Jahren über rund 6 Monate beobachtet werden. Für jeden Studienteilnehmer sind 3 Untersuchungstermine an der TU Dresden vorgesehen. Dazwischen sind Telefoninterviews vorgesehen.

Sie untersuchen in Ihrer Studie psychoneuroimmunologische Aspekte, d.h. die Wechselwirkung von Psyche, Nervensystem und Immunsystem. Gibt es bereits eine These zu den zugrundeliegenden Mechanismen, die Sie überprüfen wollen?

Hier interessieren uns vor allem die folgenden zwei möglichen Hypothesen. Wir vermuten, dass Stress und eine dysfunktionale biologische Stressreaktion ein gemeinsames Merkmal der Neurodermitis und des ADHS ist. Die zweite Hypothese ist, dass allergisch-entzündliche Prozesse aufgrund der Neurodermitis Symptome des ADHS auslösen bzw. diese verstärken können. Wir denken, dass beide Mechanismen eine ursächliche Rolle für das überzufällig häufige gemeinsame Auftreten von Neurodermitis und ADHS spielen könnten.

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