Neurodermitis Bakterienlysate

Prof. Dr. Susanne Lau, Oberärztin an der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie u. Immunologie, Charité Universitätsmedizin, Berlin

Neurodermitis verhindern mit Bakterienlysaten - Ergebnisse einer Studie

Die Bauernhof Studien weisen darauf hin, dass bereits in der Schwangerschaft das Umfeld der Mütter einen Einfluss auf das Allergierisiko der Kinder hat. Das Bakterienmilieu des Bauernhofs und speziell des Stalls, scheint hierbei eine positive Rolle zu spielen. Aber wie holt man den Stall in die Stadt? Kann man mit Bakterienlysaten Neurodermitis verhindern? MeinAllergiePortal sprach mit Frau Prof. Dr. Susanne Lau, Oberärztin an der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie u. Immunologie, Charité Universitätsmedizin, Berlin über ihre Studie zum Einsatz von Bakterienlysaten zur Prävention von Neurodermitis.

Frau Prof. Lau, mit Bakterienlysaten versucht man, die "positiven" Bakterien der Bauernhöfe zu den Stadtkindern zu bringen. Sie haben eine Studie zur Prävention von Neurodermitis mit Bakterienlysaten durchgeführt. Wie sind Sie hierbei vorgegangen?

Für die Studie haben wir 606 Kinder von allergischen Eltern gewonnen, d.h. Kinder, bei denen mindestens ein Elternteil unter Heuschnupfen, Allergischem Asthma oder Neurodermitis leidet. Die Studie lief von 2002 bis 2011 und in diesem Zeitraum haben wir die Kinder von der 5. Lebenswoche bis zum Ende des 7. Lebensmonats placebo-kontrolliert mit Bakterienlysaten behandelt. Daran schloss sich eine Beobachtungsphase bis zum dritten Geburtstag an. Dabei lag ein besonderer Fokus auf Neurodermitis bzw. dem Atopischen Ekzem.

Welche Erkenntnisse konnten Sie durch Ihre Studie gewinnen? Wie hoch ist die Neurodermitis Inzidenz der mit Bakterienlysaten behandelten Kinder im Vergleich zur Placebo-Gruppe?  Oder umgekehrt: Bei welchem Prozentsatz der behandelten Kinder lässt sich der Ausbruch der Neurodermitis verhindern?

Laktobazillen mein allergie portalLactobazillen ©Prof. Dr. Susanne Lau, CharitéBei Kindern mit einem allergischen Elternteil verringerte sich das Risiko, an Neurodermitis im ersten Lebensjahr zu erkranken um 50 Prozent. Bei Kindern mit allergischen Vätern sogar um 70 Prozent. Während in der Behandlungsgruppe ca. 10 Prozent der Kinder mit 7 Monaten betroffen waren, waren es 30 Prozent in der Plazebogruppe. Hier scheint es letztendlich bei den Kindern mit dem kleineren Risiko einen besseren Erfolg zu geben. Der mütterliche genetische Einfluss ist immer etwas stärker als der väterliche, da das immunologische Milieu während der Schwangerschaft einen starken Einfluss auf das kindliche Immunsystem hat.

Welche weitere Erkenntnisse konnten Sie durch Ihre Studie gewinnen?

Wie oben schon erwähnt, zeigte sich bei Kindern mit zwei allergischen Elternteilen kein Effekt. Besonders gute Wirkung zeigte sich bei Kinder mit Vätern, die Heuschnupfen haben. Ekzem als elterliche Vorbelastung lässt sich durch die Intervention schlechter beeinflussen, als die klassische Atopie, wie beispielsweise Heuschnupfen.

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