Neurodermitis Schübe Ernährung Kleinkind

Dipl oec. troph. Sonja M. Mannhardt, Gesundheitsmanagement, Schliengen

Neurodermitis bei Säuglingen und Kleinkindern: Lassen sich Schübe durch die richtige Ernährung verhindern?

Was ist die "richtige" Ernährung bei Neurodermitis?

Ein Patient mit atopischer Dermatitis bzw. Neurodermitis benötigt eine gesunde Basisernährung, die ausgewogen, abwechslungsreich und vielseitig ist - also alle Nahrungsmittelgruppen berücksichtigt - um alle Nährstoffe bereit zu stellen. Diese gesunde Basisernährung soll darüber hinaus dazu beitragen, auch sozialen und emotionalen Bedürfnissen gerecht zu werden. Auf dieser Grundlage bleibt die Lebensqualität auch dann erhalten, wenn auf den Konsum einiger Lebensmittel im Einzelfall verzichtet werden muss, um die Behandlung von Neurodermitis zu optimieren.

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Die "richtige" Ernährung ist also immer individuell, so allergenarm wie nötig und so ausgewogen und vielseitig wie möglich.

Damit dies gewährleistet ist, wird in jedem Fall die Beratung und Betreuung durch eine geschulte und erfahrene Fachkraft empfohlen, insbesondere wenn der Verdacht besteht, dass Lebensmittelallergien vorliegen oder ab dem Jugendlichenalter Lebensmittel als "Triggerfaktoren"  Neurodermitis-Schübe begünstigen oder Ekzeme verstärken.

Die Ernährung des Säuglings mit Neurodermitis

Die "Angst vor Neurodermitis" oder die "Angst vor Nahrungsmittelallergien" ist insbesondere in Familien in denen bereits Allergien vorkommen, groß. Deshalb sollte man unnötige "vorbeugende Diäten" vermeiden. Es gibt jedoch sinnvolle Maßnahmen zur Allergieprävention, unabhängig davon, ob sich bereits eine atopische Dermatitis beim Säugling gezeigt hat oder nicht.

Dennoch vergehen damit nicht unbedingt die Sorge, die Angst und die Unsicherheit. Eltern betroffener Kinder sollten sich daher nicht scheuen, sich in die erfahrenen Hände einer Fachkraft zu begeben, um einen persönlichen Weg zur "richtigen" Ernährung zu finden und auch zu gehen.

Weitere Maßnahmen um Neurodermitis-Schübe zu verringern:

  • Interdisziplinäre Neurodermitisschulung für Eltern mit Kindern in der Altersgruppe 0 bis 7 Jahre sowie für Kinder ab 7 Jahren
  • Hautpflege, Hautpflege, Hautpflege
  • Juckreiz-Kratztechniken lernen
  • Nicht zu warm anziehen
  • Hautkontakt – Baby-Massage
  • Verringerung von sozialem und emotionalem Stress ggf. mit Unterstützung durch psychologische Beratung
  • Auf Katzenhaltung verzichten
  • Einsatz eines Encasings bei Sensibilisierung gegen Haustaubmilben
  • Vermeidung von Schimmelpilzklima in Innenräumen
  • Tabakexposition vermeiden
  • Innenraumluftschadstoffe gering halten (z.B. Formaldehyd)

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Lassen sich Neurodermitis-Schübe durch eine richtige Ernährung wirklich verhindern?

Die Frage, ob sich Neurodermitis-Schübe durch die richtige Ernährung verhindern lassen, kann abschließend mit einem JEIN beantwortet werden. Liegen Allergien zugrunde und werden die verursachenden Allergene dann gemieden, so können Ekzeme abheilen oder Schübe hinausgezögert werden.

Kann Neurodermitis nicht mit Nahrungsmitteln in Verbindung gebracht werden, dann können durch spezielle Diäten oder den Einsatz von Spezialpräparaten auch keine Schübe verhindert, oder die Neurodermitis günstig beeinflusst werden. Der Einsatz solcher „Wundermittel“ hilft meist nur dem jeweiligen Produzenten.

Quellen:

Ute Körner/Astrid Schareina: Nahrungsmittelallergien und –unverträglichkeiten in Diagnostik, Therapie und Beratung; Karl F. Haug Verlag, Stuttgart 2010

Werfel T, Erdmann S, Fuchs T et al.: Vorgehen bei vermuteter Nahrungsmittelallergie bei atopischer Dermatitis. (Leitlinie). Allergo J. 2008; 17: 476–483.

Leitlinie der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin e.V., Vorgehen bei vermuteter Nahrungsmittelallergie bei atopischer Dermatitis 

Werfel T, Aberer W, Augustin M et al.: Leitlinie Neurodermitis. J Dtsch Dermatol Gesell. 2009; 7 Suppl. 1: S1-S46.

Leitlinie der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin e.V., Neurodermitis, http://www.gpau.de/fileadmin/user_upload/GPA/dateien_indiziert/Leitlinien/gem_Leitlinie_Neurodermitis.pdf

Leitlinie der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin e.V., S3-Leitlinie Allergieprävention – Update 2009, http://www.gpau.de/fileadmin/user_upload/GPA/dateien_indiziert/Leitlinien/Leitlinie_Allergiepraevention.pdf

Körner U: Lebensmittelallergie und Neurodermitis. Was darf mein Kind essen? Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. und aid infodienst Verbraucherschutz Ernährung Landwirtschaft e.V. (Hrsg.). 2013; Heft 1469

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