Neurodermitis Schübe Ernährung Kleinkind

Dipl oec. troph. Sonja M. Mannhardt, Gesundheitsmanagement, Schliengen

Neurodermitis bei Säuglingen und Kleinkindern: Lassen sich Schübe durch die richtige Ernährung verhindern?

Und was bedeuten diese Studienergebnisse für die Betroffenen?

Insbesondere bei mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis, bei hartnäckigen Ekzemen, die sich unter Therapie nicht bessern und bei häufigen Schüben kann sich die Suche nach entsprechenden Auslösern im Nahrungsmittelbereich im Einzelfall lohnen. Doch um Fehlschlüssen und unnötigen Diäten, mit all ihren negativen Nebenwirkungen, vorzubeugen, sollte dies auf keinen Fall ohne professionelle Unterstützung erfolgen. Gerade Säuglinge und Kleinkinder benötigen für ein regelrechtes Wachstum eine ausgewogene Ernährung mit allen Nährstoffen, die durch ein pauschales Weglassen, insbesondere von Grundnahrungsmitteln, nicht gewährleistet werden kann.

Was also ist zu tun? Was ist die „richtige“ Ernährung für Neurodermitis-Betroffene?

  1. Es empfiehlt sich ein genaues Ernährungs- und Symptomtagebuch zu führen. Hierbei sollte nicht nur das, was gegessen und getrunken wurde notiert werden, sondern auch Ekzemverschlechterungen und erneute Neurodermitis-Schübe. Besteht der Verdacht, dass die Ekzeme in engem Zusammenhang mit der Ernährung stehen, kann ein Gespräch mit einem Arzt, der auf Neurodermitis und Allergien spezialisiert ist, Klarheit bringen.
  2. Der Arzt kann mittels Prick-Tests und Nachweis von spezifischen IgE im Blut feststellen, ob eine entsprechende Sensibilisierung gegen die vermuteten Lebensmittel vorliegt. Diese Untersuchungen werden bereits ab dem 6. Lebensmonat durchgeführt.
  3. Spätestens nach Vorliegen der Testergebnisse, besser sogar beim ersten Verdacht, empfiehlt sich der Besuch bei einer allergologisch spezialisierten Ernährungsfachkraft (siehe www.daab.de und www.ak-dida.de). Besteht nach einer genauen Anamnese, sowie der Sichtung des Ernährungs- und Symptomtagebuchs sowie der Laborwerte ein begründeter Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie, wird diese eine vorübergehende, sogenannte diagnostische Eliminationsdiät durchführen. Hierbei werden die verdächtigen Nahrungsmittel über einen meist auf zwei bis vier Wochen begrenzten Zeitraum aus dem Speisenplan gestrichen und durch verträgliche und nährstoffsicherernde Alternativen ersetzt. Ist die Palette der infrage kommenden unverträglichen Lebensmittel jedoch zu groß, ist eine oligoallergene Basisdiät sinnvoller. Diese setzt sich aus ca. 10-15 Nahrungsmitteln zusammen, die sehr selten Allergien auslösen.
  4. Verbessern sich unter der diagnostischen Diät die Beschwerden, ist im nächsten Schritt eine orale Nahrungsmittelprovokation in einer auf Allergien spezialisierten Kinderklinik unverzichtbar. Hierbei erhält das Kind unter ärztlicher Aufsicht eine oder mehrere Testmahlzeiten, in denen das verdächtige Lebensmittel enthalten ist. Nur durch eine Reaktion des Kindes auf diesen Provokationstest ist der sichere Beweis für eine Nahrungsmittelallergie erbracht. Treten nach der Provokation jedoch keine allergischen Reaktionen auf, so ist eine Allergie auf das getestete Nahrungsmittel ausgeschlossen.
  5. Die anschließende Ernährungstherapie beruht auf den Ergebnissen der beschriebenen allergologischen Diagnostik, bestehend aus diagnostischer Diät und nachfolgender oraler Provokation. Da Kinder mit Neurodermitis häufig nach eins bis zwei Jahren eine Toleranz auf das vorher unverträgliche Nahrungsmittelallergen entwickeln, muss die Nahrungsmittelallergie nach ein bis zwei Jahren durch einen Test auf spezifische IgE-Antikörper und eine erneute Provokation überprüft werden.

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden.