Sommer allergische Hauterkrankung

Dr. Christina Hecker, Fachärztin für Dermatologie und Allergologie in Köln

Sommer, Sonne, Urlaub – wie passt das zu allergischen Hauterkrankungen?

Was muss man bei Hauterkrankungen beim Sonnenschutz beachten? Welche Inhaltsstoffe sollte man meiden? Welche bevorzugen?

Generell sollte man bei vorliegenden Hauterkrankungen eher mineralhaltigen UV-Schutz als chemische Filter verwenden. Auch Konservierungsstoffe sind wenn möglich zu meiden, da sie allergisierend wirken können. Kinder unter 1 Jahr sollten überhaupt keine UV-Filter aufgetragen bekommen.

Wie sieht es mit dem Baden aus, tut es der Haut gut oder eher nicht? Was ist verträglicher: Salzwasser oder gechlortes Wasser?

Ob Bäder der Haut gut tun, hängt von der jeweiligen Erkrankung ab. Bei Schuppenflechte oder Neurodermitis sind Bäder mit Ölzusätzen sinnvoll, generell gilt, dass nicht zu oft gebadet werden soll. Die individuell richtige Dosis muss von Patient zu Patient gefunden werden.

Im Urlaub laugt gechlortes Wasser die Haut sehr aus und ist in jedem Fall schlechter verträglich als Salzwasser. Bei vorhandenen Hauterkrankungen sollte nach dem Baden in jedem Fall lauwarm geduscht und die Haut mit (harnstoffhaltiger) Pflegelotion eingecremt werden, bei sehr trockener Haut kann auch eine fettigere Creme oder Salbe benutzt werden.

Gibt es Empfehlungen bzgl. der Kleidung?

Die Kleidung sollte locker und luftig sein, am besten aus Baumwollstoff oder Mischgewebe.Bei  Sonnenallergie kann es sinnvoll sein, UV-dichte Kleidungsstücke zu tragen. Kratzige Materialien sind eher ungünstig, weil sie die Hautbarriere stören und zu Juckreiz führen können.

Kann man sich schon zuhause auf den Urlaub vorbereiten? Welche Tipps geben Sie ihren Patienten?

Eine spezielle Vorbereitung gibt es nicht, vor allem ist es nicht ratsam, sich „vorzubräunen“, denn dies schützt nicht vor Sonnenbrand und erhöht zudem noch die UV-Dosis. Die beste Vorbereitung ist eine gute, dem Hauttyp angepasste Hautpflege und vorsichtiges Gewöhnen an die Sonne am Urlaubsort.

Frau Dr. Hecker, herzlichen Dank für das Interview!

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