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Neurodermitis chronisch Triggerfaktoren

Prof. Dr. Thomas Werfel, Stellvertretender Direktor der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie der Medizinischen Hochschule Hannover und Präsident der DGAKI

Neurodermitis: Typischer, chronischer Krankheitsverlauf und Triggerfaktoren!

Neurodermitis ist eine chronische Erkrankung, die man zumeist von Kindern kennt, aber viele wissen nicht, dass in Deutschland auch ca. 1.5 Millionen Erwachsene betroffen sind (1). Der Krankheitsverlauf bei Neurodermitis ist oft typisch, aber auch Abweichungen vom klassischen Krankheitsverlauf sind möglich. Dabei spielen die Triggerfaktoren, d.h. Auslöser für Neurodermitis-Schübe, eine wichtige Rolle. MeinAllergiePortal sprach mit Prof. Dr. Thomas Werfel, Stellvertretender Direktor der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie der Medizinischen Hochschule Hannover und Präsident der DGAKI über typische und atypische Neurodermitis und über Faktoren, die die Erkrankung triggern können.

Herr Prof. Werfel, Neurodermitis ist eine chronische Erkrankung, was bedeutet das genau?

Eine Erkrankung ist „chronisch“, wenn sie über einen längeren Zeitraum hinweg ständig besteht. „Chronisch rezidivierend“ nennt man es, wenn eine länger bestehende Erkrankung abheilt, aber dann immer wieder aufflackert.

Wie lange dauern chronische Erkrankungen?

Die Verläufe chronischer Erkrankungen sind individuell sehr unterschiedlich, es gibt viele Muster.

Neurodermitis beginnt sehr oft in der frühen Kindheit und bei manchen Patienten verschwindet die Neurodermitis nach zwei Jahren dauerhaft. Andere Neurodermitis-Patienten haben lebenslang Symptome und bei wieder anderen zeigen sich nach einer frühen Neurodermitis-Erkrankung und einer Phase der Beschwerdefreiheit in der Pubertät im Erwachsenenalter plötzlich erneut Ekzeme.

Aus epidemiologischen Studien der letzten Jahre haben wir gelernt, dass der Anteil der erwachsenen Patienten, die Ekzeme haben, deutlich höher ist, als man bisher dachte. Dabei handelt es sich nicht immer um die typischen Neurodermitis-Ekzeme an den Ellenbeugen oder Kniekehlen, auch an den Händen kann bei Erwachsenen Neurodermitis (ein sogenanntes atopisches Handekzem) auftreten. Manchmal wird dies dann nicht als Neurodermitis, sondern als eine andere Hauterkrankung missdeutet.

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Wie wirkt sich die Neurodermitis auf die Lebensqualität der Patienten aus?

Durch die Lebensqualität-Scores, die man bei chronisch erkrankten Menschen mit Fragebögen erfassen kann, weiß man, dass die Lebensqualität von Neurodermitis-Patienten deutlich gemindert ist. Die Lebensqualität-Scores von Menschen mit Neurodermitis entsprechen denen von Patienten mit schweren rheumatischen Erkrankungen, schwerer Diabetes oder Herzerkrankungen. Dies macht deutlich, dass Neurodermitis-Patienten eine deutliche Minderung der Lebensqualität erfahren.

Welche Faktoren beeinträchtigen die Lebensqualität bei Neurodermitis-Patienten am meisten?

Insbesondere der permanent vorhandene Juckreiz, der Schmerz-Qualität haben kann und dementsprechend ernst genommen werden sollte, stellt eine starke Beeinträchtigung der Lebensqualität von Menschen mit Neurodermitis dar.

Ein weiterer die Lebensqualität mindernder Faktor ist die Stigmatisierung. An exponierten Stellen des Körpers sieht man die Ekzeme deutlich und insbesondere jüngere Menschen leiden darunter sehr.

Auch weitere Allergien, die parallel zur Neurodermitis auftreten können, können die Lebensqualität der Patienten erheblich mindern. So können Nahrungsmittelallergien oder inhalative Allergien einen Einfluss auf die Haut haben und die Neurodermitis negativ beeinflussen. Allerdings ist dies nicht immer der Fall, es sollte eine individuelle Diagnose stattfinden.

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