Nahrungsmittelallergie Anaphylaxie Mikrobiom NOD2-Rezeptor

und der Schwere der Reaktionen gibt, hat Dr. med. Thomas Volz, Oberarzt und Facharzt für Dermatologie und Venerologie an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein der TU München

Nahrungsmittelallergie, Anaphylaxie, Mikrobiom: NOD2-Rezeptor?

Dass es Zusammenhänge zwischen dem Mikrobiom des Darms und der Entstehung von Allergien gibt, scheint festzustehen. Dass es auch einen Zusammenhang zwischen dem Mikrobiom des Darmes, anaphylaktischen Reaktionen auf Nahrungsmittelallergene und der Schwere der Reaktionen gibt, hat Dr. med. Thomas Volz, Oberarzt und Facharzt für Dermatologie und Venerologie an der Klinik und Poliklinik  für Dermatologie und Allergologie am Biederstein der TU München nachgewiesen und erhielt dafür den ADF/ECARF Award 2016. Mit MeinAllergiePortal sprach er über seine Forschungsergebnisse.

Herr Dr. Volz, wie unterscheidet sich das Mikrobiom von Menschen mit Nahrungsmittelallergien vom Mikrobiom gesunder Menschen?

Zu dieser Frage gibt es leider fast keine belastbaren Daten – die Forschung steckt hier noch in den Kinderschuhen. Zwei Studien an Kindern im Alter von einem bis zwei Jahren zeigten unterschiedliche Ergebnisse. In der einen Studie konnte man Unterschiede in der Zusammensetzung des Mikrobioms von allergischen und nicht-allergischen Kindern feststellen, in der anderen nicht.

Worauf bezogen sich denn die Unterschiede zwischen dem Mikrobiom allergischer und nicht-allergischer Kinder, die man in der einen Studie entdeckt hat?

Hier wurde das Mikrobiom noch nicht mit modernen Methoden, sondern mit klassichen mikrobiologischen Verfahren analysiert. Dabei zeigte sich, dass Kinder, die eine Kuhmilchallergie entwickelten, eine Vermehrung von Lactobazillen und eine Verminderung von Bifidobakterien im Stuhl aufwiesen. Inwiefern, diese Veränderungen kausal im Zusammenhang mit der Nahrungsmittelallergie stehen, ist völlig unklar. Dass Veränderungen im Mikrobiom bei allergischen oder atopischen Erkrankungen eine Rolle spielen, ist vor allem bei der atopischen Dermatitis sehr gut belegt. Bei der Atopischen Dermatitis, d.h. der Neurodermitis, konnte in Studien bei den betroffenen Patienten eine höhere Anzahl von Staphylokokken im Mikrobiom der Haut nachgewiesen werden. Das bedeutet, diese Patienten hatten deutlich mehr Staphylokokken in ihrem Mikrobiom als die gesunde Vergleichsgruppe. Darüber hinaus zeigte sich auch, dass die Neurodermitis-Patienten eine deutlich geringere Vielfalt an verschiedenen Hautbakterien aufwiesen. Diese Faktoren sind im Krankheitsverlauf wahrscheinlich mitentscheidend.

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