Valentinstag: Vor dem Küssen über Allergien sprechen

Berlin, 12.02.2016 – Für frisch Verliebte ist der Valentinstag wie gemacht, um sich näher zu kommen. Doch wer will schon die Romantik stören und den neuen Partner vor dem Küssen fragen, was er heute gegessen hat? Für Menschen mit schwerer Nahrungsmittelallergie ist diese Frage lebenswichtig. Laut einer US-amerikanischen Studie hatten 5 Prozent der Nahrungsmittelallergiker schon einmal eine allergische Reaktion nach einem Kuss.*

Allergenübertragung durch Küssen ist möglich

"Auch mehrere Stunden nach dem Essen lassen sich Nahrungsmittelallergene im Mundspeichel nachweisen", erklärt Prof. Dr. med. Dr. h. c. Torsten Zuberbier, Vorsitzender der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF), "bei einem Kuss können diese Allergene ungewollt übertragen werden."

Bereits geringe Allergenmengen können heftige allergische Reaktionen auslösen

Schon der Kontakt mit einer äußerst geringen Allergenmenge kann bei einer schweren Nahrungsmittelallergie zu heftigen Reaktionen führen. Die Symptome reichen von Juckreiz und Hautreizungen bis hin zu Atemwegsverengung, Erbrechen oder Kreislaufversagen. Sie sind nicht selten lebensbedrohlich. Die stärkste Ausprägung einer allergischen Reaktion ist die Anaphylaxie.

ECARF rät bei Anaphylaxiegefährdung aufgrund von Nahrungsmittelallergie:

  • Sprechen Sie vor dem Kuss über Ihre Nahrungsmittelallergie. Wenn es Liebe ist, wird Ihr Partner Ihnen dankbar sein.
  • Auch wenn es mühsam ist: Vergewissern Sie sich, dass Ihr Partner in den vergangenen 24 Stunden keine Lebensmittel mit den für Sie gefährlichen Allergenen gegessen hat.
  • Gehen Sie im Zweifelsfall kein Risiko ein und vertagen Sie den Kuss.
  • Tragen Sie immer Ihr Notfall-Set und Ihren Allergiepass bei sich
  • Sprechen Sie als Eltern von Jugendlichen mit schwerer Lebensmittelallergie das Thema Übertragung von Allergenen durch Küssen aktiv an.

Quelle:

* Hallett R, Haapanen LAD, Teuber SS. Food allergy and kissing. N Engl J Med 2002; 346: 1833–1834

Über ECARF

Die Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF) setzt sich seit mehr als 10 Jahren für die Aufklärung über Allergien und für mehr medizinische Forschung ein. Sie hat ihren Sitz an der Charité-Universitätsmedizin Berlin und ist die einzige international aktive Stiftung im Bereich Allergien.

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