Nahrungsmittelunverträglichkeiten Übergewicht

Dr. Astrid Menne, Ernährungswissenschaftlerin - Schwerpunktpraxis für Ernährungsmedizin, Nahrungsmittelunverträglichkeiten in Pommelsbrunn/Hohenstadt

Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten - Übergewicht: Gibt es Zusammenhänge? - Zurück zum Übergewicht und den Intoleranzen: Spielen auch kalorienreiche Ersatzstoffe ...

Zurück zum Übergewicht und den Intoleranzen: Spielen auch kalorienreiche Ersatzstoffe eine Rolle?

Es ist möglich, dass es im Zusammenhang mit Nahrungsmittelintoleranzen durch die gezielte, einseitige Auswahl bestimmter Nahrungsmittel zu Dysbalancen kommt. Dafür müsste man aber entsprechend große Mengen dieser Nahrungsmittel zu sich nehmen.

Eine gewisse Gefahr, unwissentlich zu viele Kalorien zu sich zu nehmen, besteht bei bestimmten Ersatzprodukten indirekt. Die Getreidemilchen, die die Kuhmilch ersetzen sollen, sind z.B. häufig sehr stark verzuckert. Der Grund dafür ist, dass Produkte wie Reismilch oder Mandelmilch im Verlauf des Produktionsprozesses hydrolisiert werden. Dabei entsteht aus Stärke Glucose, die nicht in der Zutatenliste aufgeführt werden muss. Deshalb enthalten diese Produkte oft viel Zucker, was zu einem schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels führt, nicht jedoch zu einer nachhaltigen Sättigung. So kann es zu Hyperinsulinismus, Insulinresistenz und letztendlich durch den anhaltenden Hunger, zu Übergewicht kommen.

Im Vergleich zu traditionellen standardisierten Ernährungskonzepten, ernähren sich heute viele Menschen differenzierter. Ob makrobiotische Ernährung, vegane Ernährung oder Paleo – es gibt heute die unterschiedlichsten teilweise extremen Ernährungstrends, die häufig emotional oder ethisch geprägt sind und manches Mal einer wissenschaftlichen Grundlage entbehren.

Die vegane Ernährung ist z.B. sehr kohlenhydratbetont und Eiweiß und Fett kommen manchmal zu kurz. Weil sich dadurch das Sättigungsgefühl nicht so schnell einstellt, kann es dazu kommen, dass man mehr isst mit der Folge einer überkalorischen Ernährung. Im Einzelfall kann dies die Blutzuckerregulation beeinflussen und zu Dysbalancen führen und letztendlich zu Übergewicht.

Mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit hat dies zunächst einmal nichts zu tun, sie kann sich aber in der Folge entwickeln, z.B. eine „angegessene Fruktosemalabsorption“, die auch über einen H2-Atemtest nachweisbar ist.

Wie können Menschen mit nicht allergischen Nahrungsmittelunverträglichkeiten erfolgreich das Gewicht reduzieren?

Pauschal lässt sich die Frage nicht beantworten. Bei jedem Patienten stellen sich zunächst die Fragen: Wie lautet der Befund? Welche Beschwerden liegen vor? Welche Persönlichkeit hat der Patient? In welchen Lebensumständen befindet er sich? Wozu ist er bereit? Wie motiviert ist er? Welcher Esstyp ist er? Geht er lieber essen oder kocht er selbst? Man kann Menschen z.B. nicht aufoktroyieren, von jetzt auf gleich sämtliche Mahlzeiten selbst zuzubereiten, wenn sie keinen Spaß daran haben – das wird dann schlicht nicht umgesetzt. In der Konsequenz heißt das, man muss die Ernährungsempfehlungen so gestalten, dass sie zum Patienten passen.

Frau Dr. Menne, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden.