SONDERKOST kann lecker sein

Marion Wachsmann, SONDERKOST kann lecker sein

SONDERKOST kann lecker sein: Allergenarme und kreative Rezepte im Netz

Lautet die Diagnose „multiple, zum Teil schwere Nahrungsmittelallergien“ sind viele Patienten verzweifelt. Da ist nicht nur die Sorge, aus Versehen „das Falsche“ zu essen. Die Aussicht auf viele Nahrungsmittel verzichten zu müssen, schränkt die Lebensqualität stark ein. Essen und Kochen werden zu einer Herausforderung, insbesondere wenn ein Kind betroffen ist. Marion Wachsmann hat diese Herausforderung gemeistert und aus der Not eine Tugend gemacht. Sie hat es geschafft, ihrem Sohn, trotz Allergien, eine variantenreiche Speisevielfalt zu bieten. Darüber hinaus hilft sie anderen, indem sie ihre Rezepte veröffentlicht. MeinAllergiePortal sprach mit Marion Wachsmann, Gründerin der Seite „SONDERKOST kann lecker sein“ über Ihre Erfahrungen mit einer kreativen allergenarmen Küche.

Frau Wachsmann, auf Ihrer Website steht, dass Sie aufgrund der Allergien Ihres Sohnes begonnen haben, „frei von“ zu kochen – welche Allergene müssen Sie berücksichtigen?

Unser Sohn hat viele, zum Teil auch hochgradige Allergien auf alle Getreidesorten außer Buchweizen und Reis, sämtliche Baumnüsse, Paprika – auch als Gewürz, Chili, Curry, Sellerie – auch als Gewürz, Erdnuss, Hülsenfrüchte wie z.B. Linsen, Bohnen, Kichererbsen etc., Soja, Kartoffeln inkl. Kartoffelstärke, Mais inkl. Maisstärke, alle Ölsaaten wie Sesam, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne etc. und Honig.

Tabu sind außerdem fast alle Obstsorten außer Erdbeeren und Himbeeren und viele Gemüsesorten wie Karotten und Gurke. Die zusätzliche Laktoseintoleranz wird da fast schon zur Nebensache. Seine Allergieliste liest sich wie ein Einkaufszettel, nur dass es in unserem Fall eine Negativliste ist, denn genau diese Lebensmittel gefährden unseren Sohn.

Das ist eine sehr lange Verbotsliste …

Ja, da haben Sie Recht. Direkt nach den Diagnosen war an ein „normales“ Kochen und Backen auch gar nicht zu denken. Es musste ja alles umgestellt werden. Für den Einkauf brauchten wir Stunden. Das Lesen der Zutaten und Spurendeklarationen nahm viel Zeit in Anspruch – schlimmer noch: – wir wurden uns darüber klar, was wir auf einmal alles nicht mehr kaufen konnten. Ein Beispiel: Wer rechnet damit, dass der geriebene Käse plötzlich nicht mehr gekauft werden kann - nicht wegen der Laktoseintoleranz, sondern wegen der verwendeten Kartoffelstärke als Trennmittel?!

Die ersten glutenfreien Backversuche mit den beiden erlaubten Mehlen waren eine einzige Katastrophe und oft schlichtweg ungenießbar. Davon wollte ich mich aber nicht entmutigen lassen. Es musste doch einfach auch so hinzubekommen sein, dass das, was ich da in der Küche „fabriziere“, schmeckt und dass unser Sohn trotz seiner vielen Einschränkungen nicht das Gefühl hat, kaum noch etwas essen zu können. Unser Sohn war zu dem Zeitpunkt, als die meisten der Nahrungsmittel ärztlich gestrichen wurden, 12 Jahre alt – er wusste also, wie alles schmeckt.

Wann haben Sie sich entschlossen, Ihre Ideen mit anderen zu teilen?

Ich bin dann in Online-Foren und auch bei Facebook auf die Suche nach Leuten gegangen, denen es vielleicht ähnlich geht, und bin auf die virtuelle Selbsthilfegruppe des heutigen Nuss/Anaphylaxie Netzwerk (NAN) e.V. gestoßen. Zum Glück!

Dort traf ich das erste Mal Menschen, die auch Kinder mit schweren Nahrungsmittelallergien hatten oder selbst betroffen waren. Dabei war es ganz egal, ob diese Menschen „nur eine“ hochgradige Allergie hatten oder, so wie bei unserem Sohn, viele, viele Allergien vorlagen. Dort habe ich anfangs die ersten gelungenen Back- und Kochergebnisse gezeigt.

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