orale Nickelallergie

Dr. oec. troph. Astrid H. Gerstemeier, Praxis für bewegte Ernährung, Wiesbaden

Nickelallergie? Orale Nickelallergie? Sind nickelarme Diäten nötig?

Nickel ist ein chemisches Element und gehört zu den häufigsten Auslösern von Kontaktallergien. In vielen Produkten z.B. in Reißverschlüssen, Hosenknöpfen oder in Schmuck, aber auch in Nahrungsmitteln, ist Nickel enthalten. Primär wird eine Nickelallergie vom Nickelkontakt mit der Haut ausgelöst. Nur in Einzelfällen ist bei einer Nickelallergie zusätzlich die Meidung nickelhaltiger Nahrungsmittel erforderlich, man spricht dann von einer oralen Nickelallergie. MeinAllergiePortal sprach mit Dr. oec. troph. Astrid H. Gerstemeier, Praxis für bewegte Ernährung, Wiesbaden über die nickelarme Diät, wann sie sinnvoll ist, wann nicht und wie man sie durchführt.

Frau Dr. Gerstemeier, wann ist es sinnvoll, eine nickelarme Diät einzuhalten?

In den meisten Fällen entstehen bei einer Nickelallergie die Hautekzeme über den Hautkontakt mit Nickel. Deshalb wäre bei Hautproblemen, die nachgewiesenermaßen durch Nickel verursacht wurden, die erste Maßnahme, den Kontakt zu nickelhaltigen Materialen an der Haut zu vermeiden. Nickel findet sich z.B. in Schmuck, Hosenknöpfen, Arbeitsgerät etc..

Nur wenn das Meiden von nickelhaltigen Materialien nicht zum gewünschten Ergebnis führt und das Hautbild sich nicht verbessert, würde man prüfen, ob Nickel aus den Nahrungsmitteln für die Hautveränderungen verantwortlich sein könnte. Hierbei muss man differenzieren zwischen einer diagnostischen nickelarmen Diät und einer dauerhaften nickelarmen Diät. Für beide Diäten gibt es gewisse Kriterien.

Welche Kriterien müssen für eine diagnostische nickelarme Diät erfüllt sein?

Eine diagnostische nickelarmen Diät ist unter den folgenden Voraussetzungen angezeigt:

  1. Die Diagnose „Nickelallergie“ wurde mittels Epikutantest eindeutig gestellt
  2. Der Patient hat den Kontakt mit Nickel über einen gewissen Zeitraum streng gemieden
  3. Die Hautekzeme verbessern sich trotz Meidung des Nickelallergens nicht
  4. Man muss aufgrund der individuellen Umstände beim Patienten vermuten, dass das Hautekzem durch die orale Aufnahme von Nickel hervorgerufen worden sein könnte

Sind diese Kriterien erfüllt, sollten sich Patienten an eine Ernährungsfachkraft wenden und während einer vier- bis sechswöchigen Diätphase vermeiden, Nickel zu sich zu nehmen. Da Nickel fast überall in gewissen Mengen enthalten ist, ist eine gänzlich nickelfreie Ernährung nicht möglich, es geht also um eine Reduzierung der Nickelzufuhr.

Meiden sollte man im Rahmen der diagnostischen nickelarmen Diät nicht allein die Nahrungsmittel mit hohem Nickelgehalt, sondern ebenso die Kontamination der Nahrung durch nickelhaltiges Kochgeschirr.

Ebenso ist es wichtig, während der Diät den Hautkontakt mit Nickel, z. B. durch Modeschmuck, Reißverschlüsse etc. zu meiden. Das gilt auch für das Rauchen, denn Tabakrauch enthält hohe Mengen an Nickel.

Während der diagnostischen nickelarmen Diät sollte ein Ernährungstagebuch geführt werden, in das sowohl die verzehrten Nahrungsmittel als auch eventuelle Symptome eingetragen werden. Wenn sich im Laufe der diagnostischen nickelarmen Diät keine Besserung der Hautsymptome einstellt, ist es nicht sinnvoll eine nickelarme Diät weiterzuführen.

Wann ist eine dauerhafte nickelarme Ernährung sinnvoll?

Eine dauerhafte nickalarme Diät ist nur dann sinnvoll, wenn:

  1. Die diagnostische nickelarme Diät eindeutig zu einer Verbesserung der Hautsymptome geführt hat
  2. Eine anschließende orale Provokation mit Nickel kausal zu einer Verschlimmerung der Hautsymptome führt
  3. Der Zusammenhang zwischen Hautekzem und oraler Nickelaufnahme durch die Nahrung damit eindeutig bestätigt wird

Es ist ausgesprochen wichtig, an die diagnostische nickelarme Diät eine Provokationstestung anzuschließen, auch wenn sich im Rahmen der Diät die Symptome zurückgebildet haben. Nur dadurch geht man sicher, dass die Hautbeschwerden tatsächlich durch Nickel in der Nahrung ausgelöst wurden.

Bestätigt sich die Diagnose, wird die Ernährungsfachkraft zusammen mit dem Patienten einen individuellen Ernährungsplan erarbeiten. Dabei wird nach und nach getestet, welche der Nahrungsmittel, die während der diagnostischen nickelarmen Diät gemieden wurden, wieder gegessen werden können und in welcher Menge. Ziel ist es, dass der Patient auf möglichst wenig verzichten muss.

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden.