LMIV Allergiker

Sandra Strehle, "genuss punkt" Praxis für Ernährungstherapie in Gerstetten-Gussenstadt und Mitglied bei QUETHEB e.V.

Allergenkennzeichnung: LMIV – was kann man als Allergiker erwarten?

Ist diese Sicherheit in Bezug auf die Allergenkennzeichnung jetzt gegeben?

Aktuell gibt es eine vorläufige Verordnung zur Ergänzung unionsrechtlicher Vorschriften (=Vorläufige Lebensmittelinformations-Ergänzungsverordnung VorILMIEV), die am 28.11.2014 verabschiedet wurde. Diese gilt bis zur Verabschiedung einer nationalen Lebensmittelinformations-Ergänzungsverordnung. Wann diese letztendlich verabschiedet wird und ob zusätzliche Ergänzungen vorgenommen werden ist offen.

Aber die Pflicht zur Umsetzung der Allergenkennzeichnung besteht doch bereits?

Die Plicht besteht bereits, d.h. die Betriebe müssen lose Ware in Bezug auf die vorhandenen Allergene kennzeichnen. Es gibt aber keine verbindlichen Regeln, wie gekennzeichnet werden muss, d.h. wie genau die Kennzeichnung z.B. in der Speisekarte aussehen soll. Es gibt verschiedene Möglichkeiten und jeder darf im Moment so kennzeichnen, wie er möchte.  Ob dies mit Buchstaben, Ziffern oder Piktogrammen erfolgen soll oder ob das erhaltene Allergen direkt bei jedem Gericht aufgeführt werden sollte, steht noch nicht fest.

Ist denn zu erwarten, dass die Durchführungsverordnung (Lebensmittelinformations-Ergänzungsverordnung) zur Allergenkennzeichnung bald verabschiedet wird und wird sie derart detaillierte Vorgaben machen?

Das hoffen wir. Erst wenn die Durchführungsverordnung zur Allergenkennzeichnung verabschiedet ist, werden die Lebensmittelkontrolleure wissen, was sie von den Betrieben verlangen können und so auch eine Handhabe für einen eventuellen Bußgeldkatalog haben.

Heißt das, dass die Umsetzung der Allergenkennzeichnung im Moment nicht von der Lebensmittelkontrolle überwacht wird?

Aktuell besuchen die Lebensmittelkontrolleure die Betriebe und weisen sie an, dass sie in der Lage sein müssen, Auskunft zum Allergengehalt ihrer Produkte zu geben, auf Nachfrage auch schriftlich. Das bedeutet: Alle Betriebe müssen eine schriftliche Dokumentation nachweisen können, die darlegt, ob bzw. welche Zutaten, die Allergien und Unverträglichkeiten auslösen, enthalten sind.

In unserer Umfrage im Januar 2015 gaben 77 Prozent der Befragten an, in Bäckereien, Metzgereien und Supermärkten  keinerlei Hinweise auf die Allergenkennzeichnung gesehen zu haben. Was wäre denn hier die Konsequenz?

Pflicht ist auf jeden Fall ein schriftlicher Hinweis. Zumindest muss in der Speisekarte oder auf entsprechenden Schildern ein Hinweis stehen in der Art: Sie sind Allergiker? Sprechen Sie uns an! Gerne erteilen wir Ihnen Auskunft! Fehlt dieser Hinweis, kann der Lebensmittelkontrolleur eine Verwarnung aussprechen. Eine Handhabe für ein Bußgeld hat er zurzeit nicht.

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