LMIV Allergiker

Sandra Strehle, "genuss punkt" Praxis für Ernährungstherapie in Gerstetten-Gussenstadt und Mitglied bei QUETHEB e.V.

Allergenkennzeichnung: LMIV – was kann man als Allergiker erwarten?

Seit Mitte Dezember 2014 ist die Allergenkennzeichnung loser Lebensmittel Pflicht, aber wird sie auch umgesetzt? Welche Betriebe weisen die Allergene loser Ware aus? Nach welchem System erfolgen die Allergenangaben? Wie verlässlich sind die Angaben auf den Speisekarten? MeinAllergiePortal sprach mit Sandra Strehle, "genuss punkt" Praxis für Ernährungstherapie in Gerstetten-Gussenstadt und Mitglied bei QUETHEB e.V. über die Allergenkennzeichnung, deren Umsetzung in Deutschland und was Allergiker davon erwarten können.

Frau Strehle, seit Mitte Dezember 2014 ist die neue Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) in Kraft. Insbesondere Allergiker erhofften sich viel von der Allergendeklarationspflicht für lose Ware. Wie sieht es aus Sicht des QUETHEB e. V. mit der Umsetzung aus?

Aus meiner Sicht geht die Umsetzung der Lebensmittelinformationsverordnung sehr schleppend voran und das habe ich auch gerade wieder in der Praxis erlebt. An der DEHOGA-Akademie, der Weiterbildungsakademie der Köche, unterrichte ich angehende Küchenmeister. Dabei stelle ich fest, dass sie zwar darüber informiert sind, dass es eine Allergenkennzeichnung gibt. In Bezug auf die Umsetzung der Allergenkennzeichnung und der dafür erforderlichen Maßnahmen herrscht jedoch leider immer noch ein heilloses Durcheinander. Positiv war jedoch, dass viele Teilnehmer sehr aufgeschlossen waren und die Informationen regelrecht „aufgesaugt“ haben. Der gute Wille ist also da!

In den Hotelfachschulen, die für die Ausbildung der angehenden Hotelfachkräfte, Restaurantfachleute und Köche verantwortlich zeichnen, wird die Allergenkennzeichnung aktuell noch gar nicht thematisiert.

Im Moment schule ich Lehrkräfte der baden-württembergischen Landesberufsfachschule zum Thema, um die Grundlagen der Allergenverordnung darzulegen.

Woran liegt es, dass die Umsetzung der Allergenkennzeichnung für lose Ware so schleppend verläuft?

Ich hatte der DEHOGA-Akademie schon im letzten Jahr verschiedene Veranstaltungen zum Thema Allergenkennzeichnung angeboten. Man hat aber stets darauf verwiesen, dass es noch keine nationale Durchführungsverordnung gäbe und man dies zunächst abwarten wolle, bevor man das Thema in die bestehenden Hygieneschulungen integriert. Der allgemeine Tenor des DEHOGA war also, „Abwarten!“ und das wurde auch so an die Betriebe weitergegeben. Man wollte erst 100prozentige sicher sein, bevor man die Umsetzung der Allergenkennzeichnung kommuniziert.

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