Hülsenfrüchte Allergie

Dr. Ulrike Kreinhoff, Geschäftsführerin der Sektion Hessen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung DGE e.V.

Hülsenfrüchte: Sind sie nützlich, schädlich, unverträglich oder allergen?

Über das für und wider von Hülsenfrüchten wird gerade in letzter Zeit heftig diskutiert. Folgt man den Anhängern der Paleo Diät, die sich am Nahrungsangebot orientiert, dass den Steinzeitmenschen zur Verfügung stand, sind Hülsenfrüchte zu meiden. Veganer und Vegetarier hingegen sehen Hülsenfrüchte als wertvolle Eiweißspender. Laut FODMAP sind Hülsenfrüchte für viele Menschen unverträglich und bestimmte Sorten werden als allergen eingestuft. Was ist dran an den Hülsenfrüchten? Darüber sprach MeinAllergiePortal mit Dr. Ulrike Kreinhoff, Geschäftsführerin der Sektion Hessen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung DGE e.V..

Frau Dr. Kreinhoff, was sollte man über Hülsenfrüchte wissen?

Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen, Linsen, Kichererbsen oder Sojabohnen) sind vollgepackt mit wertvollen Nährstoffen und leisten damit einen wichtigen Beitrag zu einer vollwertigen Ernährung. Insbesondere der hohe Eiweißgehalt macht Hülsenfrüchte zu einem wichtigen Lebensmittel, denn kein anderes pflanzliches Lebensmittel enthält so viel davon. Und das macht sie gerade bei Vegetariern besonders beliebt.

Allerdings enthalten Hülsenfrüchte nicht alle lebensnotwendigen Proteinbausteine. Durch ein geschicktes Kombinieren verschiedener Eiweiße aus unterschiedlichen Lebensmitteln kann eine sinnvolle Ergänzung erreicht werden. Vorteilhaft ist die Kombination von Hülsenfrüchten mit Getreide oder Milchprodukten, denn hier ergänzen sich die enthaltenen Proteinmuster für den Körper besonders gut.

Welche Nährstoffe sind in Hülsenfrüchten enthalten?

Mit Ausnahme von Sojabohnen enthalten Hülsenfrüchte durchschnittlich weniger als 1 g Fett pro 100 g. Der Kaloriengehalt beträgt rund 70 kcal pro 100 g. Lediglich Sojabohnen haben aufgrund ihres relativ hohen Fettgehalts von ca. 5 g pro 100 g etwa doppelt so viele Kalorien.

Hülsenfrüchte haben einen Kohlenhydratgehalt von etwa 10 Prozent. Bedingt durch die reichlich enthaltenen Ballaststoffe erhöhen sie den Blutzuckerspiegel nur gering, weshalb sie auch für Diabetiker sehr gut geeignet sind. Auch der Sättigungswert ist ziemlich groß, denn durch ihren Ballaststoffanteil füllen sie den Magen und regen die Darmtätigkeit an.

Neben den energieliefernden Hauptnährstoffen enthalten Hülsenfrüchte auch Vitamine - vor allem B-Vitamine - und Mineralstoffe - vor allem Kalium, Magnesium und Eisen.

Darüber hinaus fördern Hülsenfrüchte mit ihren sekundären Pflanzenstoffen die Gesundheit. Dazu zählen die so genannten Phytosterine. Sie können die Aufnahme von Cholesterol im Darm hemmen. Die so genannten Phytoöstrogene, vor allem in Sojabohnen, wirken wie Hormone. Einige Hülsenfrüchte, unter anderem Kichererbsen und Sojabohnen, sind reich an sogenannten Saponinen.

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden.