Nahrungsmittelallergien Anaphylaxie

PD Dr. Katharina Blümchen, Oberärztin an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, pädiatrische Allergologie, Pneumologie und Mukoviszidose am Universitätsklinikum Frankfurt

2. Frankfurter Pädiatrietag: Nahrungsmittelallergien und Anaphylaxie

Nahrungsmittelallergien bei Kindern können sich auf die gesamte Familie sehr belastend auswirken. Hinzu kommt: Bei Kindern sind Nahrungsmittelallergene, insbesondere Erdnüsse und Haselnüsse, die häufigsten Auslöser für anaphylaktische Reaktionen. Beim 2. Frankfurter Pädiatrietag ging PD Dr. Katharina Blümchen, Oberärztin an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, pädiatrische Allergologie, Pneumologie und Mukoviszidose am Universitätsklinikum Frankfurt in ihrem Vortrag speziell auf das Themen Anaphylaxie bei Nahrungsmittelallergien ein.

Anaphylaktische Reaktionen auf Nahrungsmittel – oft nicht erkannt!

Die erste anaphylaktische Reaktion beim Kind kommt oft überraschend. Eine typische Situation: Das Kind ist auf einem Geburtstag und plötzlich bekommt die Mutter einen Anruf: Kommen Sie schnell, Ihrem Kind geht es schlecht!“. „Atemnot, Ausschlag, Juckreiz, Schwindel – ein ganzes Bündel von Symptomen, die in unterschiedlichen Kombinationen und mit unterschiedlichem Schweregrad auftreten können, macht es manchmal selbst dem Notarzt schwer, die Ursache für die Symptome zu erkennen“ betont PD Dr. Katharina Blümchen. Woran erkennt man also einen anaphylaktischen Schock, insbesondere dann, wenn das auslösende Allergen nicht bekannt ist? Folgende Kriterien weisen laut PD Dr. Blümchen auf eine anaphylaktische Reaktion hin.

Anzeichen für eine Anaphylaxie:

  • Symptome treten plötzlich auf
  • Symptome treten an mindestens zwei Organsystemen auf

Mögliche Symptome bei einer Anaphylaxie:

  • Reaktionen an den Atemwegen
    • Atemnot
    • Husten
    • Pfeifende Atmung
    • Heiserkeit
  • Reaktionen an der Haut
    • Quaddeln
    • Juckreiz
    • Schwellungen
  • Reaktionen am Magen-Darm-Trakt
    • Übelkeit
    • Bauchschmerzen
    • Erbrechen
    • Durchfall
  • Reaktionen am Herz-Kreislauf-System
    • Schwindel
    • Blutdruckabfall
    • Bewusstlosigkeit

Anaphylaxie – was tun?

Die richtige Diagnose ist der wichtigste Schritt bei der Behandlung eines anaphylaktischen Schocks. In manchen Fällen wird eine akute anaphylaktische Situation jedoch nicht leitliniengerecht behandelt. “Sind die Atemwege betroffen oder droht Bewusstlosigkeit, ist die wichtigste Maßnahme bei einer Anaphylaxie entsprechend der Leitlinie die Gabe von intramuskulärem Adrenalin“ so PD Dr. Blümchen, „dies wird bei dieser Symptomatik jedoch noch nicht in ausreichendem Maße eingesetzt.“ Bei schwächer ausgeprägter Symptomatik ist, je nach Symptomatik, die Gabe von Antihistaminika und Kortison angeraten.

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