Nahrungsmittelunverträglichkeiten – Experten treffen sich in Bayreuth!

Unverträglichkeit Gluten – welche Rolle spielen moderne Weizensorten?

Auf die Frage, welche Rolle die modernen Weizensorten bei den Unverträglichkeiten spielen könnten, ging Prof. Meinolf G. Lindhauer vom Max Rubner-Institut in Berlin ein. Verantwortlich für die Unverträglichkeit von Weizen ist das Gluten, d.h. das Klebereiweiß, das im Weizen, aber auch in anderen Getreidesorten vorkommen. Dabei löst das Allergen Glia a 9 die stärkste Immunantwort aus, während die Immunantwort auf das Allergen Glia a 20 verhältnismäßig schwach ausfällt. Interessant hierbei ist, dass moderne Weizensorten einen relativ hohen Anteil an Glia a 9 haben, während bei alten Weizensorten der Gehalt an Glia a 20 höher ist. Ein hoher Glia a 9 Anteil sorgt jedoch für verbesserte Verarbeitungs- und Backeigenschaften des Weizens und macht die bei den Verbrauchern so beliebten Fertig- und Halbfertigprodukte aus Weizen erst möglich.

Hinzu kommt, dass im Gegensatz zu früheren Zeiten, der Weizen mittlerweile eine dominierende Rolle in unserem Speiseplan spielt. Getreidesorten wie Roggen, Dinkel, Kamut etc. und auch Vollkornprodukte werden immer seltener angeboten. Eine gewisse „Überdosierung“ an Weizenprodukten könnte daher auch ein Grund dafür sein, dass es bei manchen Menschen zu Unverträglichkeitsreaktionen kommt.

Brote aus Weizen – gibt es Alternativen?

Diese These unterstützt Franz H. Leupoldt, PEMA Vollkorn-Spezialitäten aus Weissenstadt. Er verarbeitet für seine „klassischen“ Brote Vollkorn-Roggen auf Natursauerteig-Basis bzw. für seine glutenfreien Produkte Vollreis, alles ohne chemische Zusätze. „Bei uns gibt es keinen Weizen im Brot“ stellt Roggen-Befürworter Leupoldt fest. „Menschen, die auf Weizen unverträglich reagieren, empfehle ich, es einmal mit Bioprodukten zu versuchen, denn die Biobauern verwenden meist noch die alten Weizensorten.“  

Produkte für Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten – wie geht es weiter?

Ausgesprochen erfreulich und Anlass zur Hoffnung für Betroffene ist ein Blick auf die Teilnehmerliste. Die Anwesenheit von Vertretern der „klassischen Lebensmittelindustrie“, der Schulverpflegung, der Gemeinschaftsverpflegung in Betrieben und Kliniken, der Milchwirtschaft und klassischer Agenturen machte deutlich, dass das Interesse am Thema Nahrungsmittelunverträglichkeiten steigt – je eher desto besser!

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