Nahrungsmittelunverträglichkeiten – Experten treffen sich in Bayreuth!

Mit über 100 Teilnehmern hervorragend besucht war die Veranstaltung Nahrungsmittelunverträglichkeiten –  wenn Essen zur Herausforderung wird, die am 13. November 2014 an der Universität Bayreuth stattfand. Abgedeckt wurden verschiedene Formen der Unverträglichkeit, wie z.B. Zöliakie, Glutensensitivität, Fruktosemalabsorption, Laktoseintoleranz, Histaminintoleranz, Reizdarm-Syndrom, Nahrungsmittelallergien etc. Dabei wurde sowohl auf die jeweiligen Symptome als auch auf Diagnose, Therapien und aktuelle Forschungsansätze eingegangen. Veranstalter waren neben der Universität Bayreuth, das Kompetenzzentrum Ernährung KErn, Bayern Innovativ und das Max Rubner-Institut (MRI).

Nahrungsmittelunverträglichkeiten – eine Lifestyle-Diskussion?

Eine Frage, die in letzter Zeit in den Medien immer wieder heftig diskutiert wurde, war auch von Anfang an bei der Bayreuther Veranstaltung präsent: Sind all jene, die von glauben unter Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu leiden, tatsächlich erkrankt, oder handelt es sich um eine Modeerscheinung? Wie kann es sein, dass in Umfragen deutlich mehr Menschen angeben, z.B. Gluten nicht zu vertragen, als es Zöliakie-Kranke gibt? Warum werden immer wieder bestimmte Nahrungsmittel oder ihre Bestandteile dämonisiert? Finden es manche Menschen „schick“ eine Nahrungsmittelunverträglichkeit zu haben? Fest steht, die internationalen Verkaufszahlen belegen es: Der Markt für gluten- und laktosefreie Produkte ist weitaus größer als die Zahl der Erkrankten es vermuten lässt.

Wie entsteht ein „Nahrungsmittel-Hype“?

Eine Antwort auf manche dieser Fragen und wichtig zu wissen: Ein Hype dient immer den Interessen bestimmter Personen oder Gruppen, folgt oft einem gewissen Muster, und es lohnt sich durchaus die Frage zu stellen: Wer profitiert? „An die Öffentlichkeit kommt das Hype-Thema nicht selten durch selbsternannte Experten, die ein Nahrungsmittel oder einen Nahrungsmittelbestandteil in Büchern mit plakativen Titeln kritisch beleuchten“ erklärte Christine Röger Bereichsleiterin Wissenschaft des KErn in Freising. In der Folge finden sich dann häufig Prominente, die dem Trend folgen und dies auch in den Medien und insbesondere in den Lifestyle-Magazinen kundtun. Als nächstes greifen die Fans dieser Promis den Trend auf, das Thema bekommt eine gewisse Eigendynamik und plötzlich ist das Thema – wie z.B. jüngst die Themen „Weizen“ bzw. „Gluten“ – in aller Munde. Die Nahrungsmittelindustrie erkennt den Trend, entwickelt die entsprechenden Produkte und schließlich findet man diese in allen Supermärkten. „Nach einer gewissen Zeit stellt sich dann oft heraus, dass auch dieser Hype die Heilserwartungen seiner Anhänger nicht dauerhaft erfüllen kann, die Enttäuschung ist dann meist groß und die Schelte richtet sich dann oft an die Wissenschaft, die dies hätte verhindern sollen“ so Christine Röger.

Die Kritik an den Nahrungsmittel-Hypes ist sicher nicht unberechtigt, wenn Menschen grundlos auf Nahrungsmittel verzichten und sich deshalb nicht mehr ausgewogen ernähren. Für die tatsächlich von Nahrungsmittelunverträglichkeiten Betroffenen, z.B. bei Zöliakie, ist das Interesse der Industrie jedoch positiv zu bewerten. Glutenfreie Produkte sind heutzutage in großer Vielfalt auch in Supermärkten erhältlich, was den Alltag der Betroffenen erheblich erleichtert. Welche Rolle spielt es dann, ob es darüber hinaus auch Menschen gibt, die zu glutenfreien Produkten greifen, weil sie diese als gesünder und schmackhafter empfinden oder weil auch Gwyneth Paltrow sie bevorzugt?

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