Nahrungsmittelallergien Nahrungsmittelintoleranzen Säugling

Dr. Astrid Menne, Ernährungswissenschaftlerin - Schwerpunktpraxis für Ernährungsmedizin, Nahrungsmittelunverträglichkeiten in Pommelsbrunn/Hohenstadt

Nahrungsmittelallergien und Nahrungsmittelintoleranzen beim Säugling!

Angenommen die Diagnose ist gestellt, was kommt danach?

Je nachdem, ob beim Säugling eine Nahrungsmittelallergie oder eine Intoleranz vorliegt, sieht die Therapie sehr unterschiedlich aus.

Liegt eine gesicherte Nahrungsmittelallergie mit deutlichen Sypmtomen vor, würde ich für die kommenden Monate eine strenge Karenz aussprechen. In Einzelfällen, bei sehr schweren Nahrungsmittelallergien, müssen sogar Kontaminationen strengstens vermieden werden. Konkret heißt das, wenn der Säugling bei einer Hühnerei Allergie eine leichte Hautsymptomatik entwickelt, kann man damit sicher lockerere umgehen, als wenn man damit rechnen muss, dass das Kind eine lebensbedrohliche Kreislaufreaktion zeigt.

Und wie gehen die Eltern am besten damit um, wenn das Kind eine Nahrungsmittelunverträglichkeit hat?

Wenn es sich um eine Zöliakie handelt ist eine strenge Glutenkarenz zu empfehlen, gerade bei Säuglingen und Kleinkindern. Zusätzliche ist zu prüfen, ob auch die Laktose ein Problem darstellt. Besteht eine sekundäre Laktoseintoleranz wäre die Laktose zwar ebenfalls zu meiden, allerdings nicht so streng, wie dies beim Gluten der Fall ist. Gleichzeitig müsste man bei der Diät möglicherweise noch auf andere Kohlenhydrate Rücksicht nehmen, die ebenfalls zu einer Blähungssymptomatik führen könnten. Z.B. könnten dann Obst, Gemüse und Ballaststoffe vorübergehend problematisch sein – die Diätempfehlungen können individuell sehr stark variieren.  

Wie sieht die jeweilige Therapie aus? Von wem bekommen Eltern Hilfe?

Im Idealfall stellt der Arzt die genaue Diagnose und arbeitet bei der Therapie dann mit einem Ernährungstherapeuten zusammen. Der Ernährungstherapeut würde dann die therapeutische Diät einleiten, bzw. im Vorfeld der Diagnose die diagnostische Diät.

Die Eltern bekommen dann Ernährungspläne an die Hand, die einerseits die Unverträglichkeiten berücksichtigen und die andererseits auch die Nährstoffversorgung gewährleisten. Diese Ernährungspläne werden auch regelmäßig überarbeitet und angepasst.

Frau Dr. Menne, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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