Nahrungsmittelallergien Nahrungsmittelintoleranzen Säugling

Dr. Astrid Menne, Ernährungswissenschaftlerin - Schwerpunktpraxis für Ernährungsmedizin, Nahrungsmittelunverträglichkeiten in Pommelsbrunn/Hohenstadt

Nahrungsmittelallergien und Nahrungsmittelintoleranzen beim Säugling!

Was kann passieren, wenn die Erkrankungen zu lange unbehandelt bleiben?

Viele Nahrungsmittelunverträglichkeiten bleiben unbehandelt harmlos – ein schwerer Schaden kann nicht entstehen. Besteht z.B. eine Blähungssymptomatik beim Verzehr von Fructose, d.h. eine nicht-allergische Nahrungsmittelunverträglichkeit, kann ein Säugling schwere Blähungen oder Koliken entwickeln und es kann daraufhin zu Schlafstörungen kommen. Möglich ist sekundär, dass das Kind irgendwann die Nahrung verweigert, und dies kann dann problematisch werden.

Bestimmte Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie z.B. die Zöliakie oder auch chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) können zu Resorptionsstörungen von Nährstoffen führen und in der Folge zu Nährstoffmangel, Entwicklungs- und Wachstumsverzögerungen.

Als Folge von Nahrungsmittelallergien kann es auch zu einer eosinophilen Ösophagitis, d.h. einer Entzündung der Speiseröhre, oder einer eosinophilen Gastroenteritis, d.h. einer Magen-Darm-Entzündung, kommen. Insbesondere dann, wenn die Erkrankungen auf eine antientzündliche Kortisontherapie nicht ansprechen, könnte eine Nahrungsmittelallergie die Ursache sein. Eine Meidung des auslösenden Allergens bringt dann auch eine Besserung der Symptome.

Eine nicht erkannte Nahrungsmittelallergie kann potenziell auch lebensbedrohlich sein, was glücklicherweise nicht sehr häufig vorkommt.

Wenn die Eltern zum Arzt gehen, welche Untersuchungen werden zur Diagnose von Nahrungsmittelallergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten bei Säuglingen vorgenommen?  

Bestehen allergieähnliche Symptome, und damit sind nicht isolierte gastrointestinale Beschwerden gemeint, wäre eine Allergietestung im Blut sinnvoll. Dabei werden die IgE-Antikörper im Blut bestimmt, und ein solcher Test ist in jedem Lebensalter möglich. Dabei ist es durch die Bestimmung des Gesamt IgE möglich, eine gewisse Allergiedisposition festzustellen. Außerdem ist das Gesamt IgE in Relation zum spezifischen IgE ein wichtiger Parameter zur Beurteilung einzelner Nahrungsmittelallergene bzw. weiterer Allergene  im Rahmen eines inhalativen Screenings.

Möglich sind auch Allergietestungen auf der Haut, sogenannte Prick-Tests oder auch Prick-to-prick-Testungen mit echten nativen Lebensmitteln.

Darüber hinaus kann, gerade bei gastrointestinalen Beschwerden, eine Zöliakieserologie nach Einführung der Beikost mit glutenhaltigen Getreiden eine sinnvolle Untersuchung sein. Hier werden Antikörper bestimmt um zu prüfen, ob eine Autoimmunreaktion gegen Gluten besteht. Letztendlich kann es in bestimmten Fällen auch sinnvoll sein, eine Magen-Darm-Spiegelung durchzuführen. Diese würde aber erst für ein etwas älteres Kleinkind in Frage kommen und nur auf Kinder spezialisierte Gastroenterologen können dies durchführen.

Eine weitere Option sind, zumindest bei der Zöliakie und der Laktoseintoleranz, genetische Tests und auch die diagnostische Diät unter fachlicher Anleitung ist in vielen Fällen ein sehr wichtiges diagnostisches Kriterium.

Bei der Laktoseintoleranz muss man allerdings beachten, dass ausschließlich die primäre Laktoseintoleranz, d.h. die genetisch determinierte Laktoseintoleranz durch einen genetischen Test diagnostizierbar ist. Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) oder Zöliakie können Patienten aber auch eine sekundäre Laktoseintoleranz entwickeln. Das bedeutet, bei diesen ist das Enzym Laktase vorhanden, aber aufgrund der Störungen im Magen-Darm-Trakt kann das Enzym nicht wirken.

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