Nahrungsmittelallergien Nahrungsmittelintoleranzen Säugling

Dr. Astrid Menne, Ernährungswissenschaftlerin - Schwerpunktpraxis für Ernährungsmedizin, Nahrungsmittelunverträglichkeiten in Pommelsbrunn/Hohenstadt

Nahrungsmittelallergien und Nahrungsmittelintoleranzen beim Säugling!

Kann ein Säugling denn die gleichen Nahrungsmittelallergien oder Intoleranzen entwickeln wie Erwachsene?

Das ist durchaus möglich. Zum einen kann es zu den echten allergischen Reaktionen auf Nahrungsmittel kommen, wobei das Allergenspektrum bei Säuglingen und Kleinkindern ein anderes ist, als bei Erwachsenen. Bei Säuglingen dominieren z.B. die Kuhmilch Allergie, die Allergie auf Hühnerei oder die primäre Erdnuss- oder Baumnussallergie. Erwachsene entwickeln häufiger pollenassoziierte Kreuzallergien auf Nahrungsmittel.  

Bei den Nahrungsmittelunverträglichkeiten kann es bei Säuglingen z.B. auch zu einer Zöliakie oder, in der Folge, zu einer sekundären Laktoseintoleranz kommen. Normalerweise wird das Enzym Laktase im ersten Lebensjahr in ausreichenden Mengen produziert. Aber auch eine Fruktose- und Sorbitmalabsorption sind denkbar.

Eine Besonderheit ist die „Nicht-Zöliakie-nicht Weizenallergie-Weizensensitivität“, ein Krankheitsbild, das ich auch bei Säuglingen nicht ausschließen würde und dass in die neue Zöliakie-Leitlinie aufgenommen wurde. Dabei handelt es sich weder um eine Zöliakie, noch um eine Weizenallergie, man beobachtet aber Unverträglichkeitssymptome auf Weizen und spricht deshalb von einer „Nicht-Zöliakie-nicht Weizenallergie-Weizensensitivität“. Zu meiden ist hier dann nicht das Gluten allgemein, sondern nur der Weizen, bzw. dessen Inhaltsstoffe wie die ATIs und die FODMAPs.

Tritt eine Histaminintoleranz auf, ist diese fast immer die Folge einer anderen Störung, wie z.B. eine Zöliakie, eine Nahrungsmittelallergie oder eine inhalative Allergie, die eine Überempfindlichkeit gegenüber Histamin zur Folge hat. Eine primäre enterale Histaminose würde ich bei einem Säugling unwahrscheinlich halten.    

Dann gibt es noch die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, infolgedessen es auch zu einer sekundären Laktoseintoleranz kommen kann und nach Antibiotikatherapien oder extrem einseitigen Kostformen kann es zu bakteriellen Fehlbesiedlungen kommen.

Zurück zu den Allergien: Ist die Allergie auf Ei und Nuss auch schon bei Säuglingen möglich?

Ja, durchaus, die Allergie auf Hühnerei ist bei Säuglingen gar nicht so selten und auch die Nussallergie kommt durchaus auch schon beim Säugling vor. Manchmal ist dies eine Zufallsdiagnose bei der Bestimmung des spezifischen IgE im Blut und es kann vorkommen, dass man eine Sensibilisierung auf z.B. Milch und zusätzlich noch auf z.B. Haselnuss oder Erdnuss findet.

Wann sollten Eltern "aktiv" werden und ärztlichen Rat suchen?

Länger anhaltende Magen-Darm-Beschwerden, deutliche Hautveränderungen oder chronische asthmatische Beschwerden sollten immer ärztlich abgeklärt werden.

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