IgG-Test Intoleranzen Allergien

Dipl oec. troph. Sonja M. Mannhardt, Gesundheitsmanagement, Schliengen.

IgG-Test: Was misst der Test und was unterscheidet ihn vom IgE-Test?

Was ist der Unterschied zwischen einem IgG-Test und einem IgE-Test, dem Goldstandard in der Allergologie?

Ohne zu sehr ins Detail zu gehen kann man den Unterschied zwischen IgG-Tests und IgE-Tests so erklären: Immunglobuline haben die Aufgabe, zusammen mit anderen Zellen, körperfremde Stoffe abzuwehren. Es gibt viele Subgruppen (z.B. A, M, E, D). Die Subgruppe G ist insbesondere bei der Abwehr von Viren und Bakterien beteiligt, die Subgruppe E bei der Abwehr von Parasiten und bei allergischen Sofortreaktionen. Je nach Testverfahren, werden die unterschiedlichen Subgruppen im Blut ermittelt.

Um herauszufinden, welcher "Übeltäter" das betreffende  Symptom auslöst, wird nach Hinweisen in der Krankengeschichte, dem Beschwerdeprotokoll und evtl. richtungsweisenden Hauttests auch nach spezifischen Immunglobulinen IgE gesucht. Werden solche Immunglobuline gefunden, so bedeutet das, dass der Mensch auf das spezifische Lebensmittel bereits sensibilisiert ist. Je kleiner dieser Wert ist, desto unwahrscheinlicher ist eine Allergie. Sind die spezifischen IgEs hoch und reagiert der Mensch zusätzlich auf dieses Lebensmittel mit Sofortreaktionen, so ist eine Allergie wahrscheinlich. Bei Pseudoallergien und Intoleranzen haben IgE-Testungen keine Relevanz.

IgG und IgG4-Antikörper finden sich auch bei gesunden Kontrollpersonen. IgG zeigt dann z.B. an, ob ein Mensch der viel Milch trinkt oder mal Mumps hatte, sich bereits mit Milch oder Mumps auseinandergesetzt hat, aber nicht, ob er aktuell Mumps oder eine Unverträglichkeit auf Milch hat. Vielleicht wird mit diesem Beispiel der Unterschied klarer.

Manche Patienten, die ihre Ernährungsweise entsprechend der Ergebnisse eines IgG-Tests umgestellt haben, berichten von einer Verbesserung ihres Wohlbefindens – wie lässt sich dies erklären?

Wer viel Geld für etwas ausgibt, der profitiert einerseits von einem nicht zu unterschätzenden Placebo-Effekt, weil es sich ja rentieren muss.
Andererseits ist es auch denkbar, dass sich ja tatsächlich unter all den Lebensmitteln, die weggelassen werden,  dasjenige befindet, das die Beschwerden macht – nur welches ist es konkret?

Egal ob Reizdarmsyndrom, Laktosemalabsoprtion, Fruktoseintoleranz Sorbitintoleranz,  Kreuzallergie, Zöliakie oder Allergie, bei all diesen Diagnosen reagieren die Patienten ja auf gewisse Nahrungsmittel. Wenn aufgrund von IgG-Testungen Lebensmittel weggelassen werden, kann es ja durchaus sein, dass einige davon auch die Übeltäter sind. Nur eben nicht, weil die IgG-Testungen eine Diagnose stellten, sondern weil die sich daran anschließende Diät zufällig einige problematischen Lebensmittel ausschließt. Ich muss in den Beratungen nahezu wieder von Null anfangen um das herauszufinden.

Ein Beispiel: Wenn Ihr Auto nicht mehr fährt und Sie gleichzeitig Öl nachfüllen, Benzin tanken, die Reifen aufpumpen, das Kühlwasser auffüllen und den Schlüssel ins Schloss stecken, ohne vorher eine genaue ANALYSE zu machen, woher wollen Sie wissen, was nun das Problem war? So ähnlich verhält es sich, wenn Menschen IgG-Tests machen.

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