Fischallergie

Prof. Jan-Christoph Simon, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig

Fischallergie: Wie hilft das Erforschen neuer Allergene den Patienten?

Bedeuten Ihre Erkenntnisse in Bezug auf die Fischallergie, dass manche Patienten gar nicht auf das Protein Parvalbumin reagieren, sondern auf völlig andere Allergene?

Wir haben beim Viktoriabarsch auch Parvalbumin gefunden. Wir konnten aber zusätzlich noch weitere Allergene nachweisen, die für die ausgelösten Symptome bei diesem Patienten auch von Bedeutung waren.

Die wesentliche Botschaft aus unseren Forschungen ist: "Fisch ist nicht gleich Fisch". Das heißt, dass Fischallergiker nicht alle auf das gleiche Allergen allergisch reagieren. Es gibt bei der Fischallergie unterschiedliche auslösende Allergene, die in unterschiedlichen Fischarten vorkommen. Dabei handelt es sich um Eiweiße im Muskelfleisch des Fisches. In der Konsequenz kann es sein, dass Fischallergiker Fische essen können, die "ihr Allergen" nicht enthalten.

Welche Konsequenzen ergeben sich aus Ihren Forschungen für die Patienten mit Fischallergie?

Es liegt in unserem Interesse einen Partner in der Pharmaindustrie zu finden, der unsere Forschungen in einen Test umsetzt, der für alle Fischallergiker eingesetzt werden kann. Dies würde eine exaktere Diagnose des allergieauslösenden Proteins ermöglichen und der Patient müsste nicht pauschal auf Fisch verzichten.

Weiter werden wir konsequent unser Ziel verfolgen, die Ursachen von Allergien zu erforschen und weitere Eiweiße, bzw. Proteine zu identifizieren, die Nahrungsmittelallergien auslösen.

Herr Prof. Simon, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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