Wie wirkt sich eine Nahrungsmittelallergie auf die Lebensqualität aus?

Sie erwähnten die Provokationstests. Wie oft sollten diese durchgeführt werden?

Provokationstests sind nicht bei allen Nahrungsmittelallergien gleichermaßen sinnvoll und sollten in Absprache mit dem Arzt regelmäßig erfolgen. Je nach Art der Allergie, dem Alter des Patienten und den Vorwerten, können die Abstände, in denen eine Provokation sinnvollerweise stattfinden sollte, sehr unterschiedlich sein.

Besteht eine hochgradige Allergie ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich auswächst geringer, als bei leichten Symptomen. Einige Beispiele: Bei einem kleinen Kind, das unter einer Kuhmilch Allergie leidet, testet man u.U. bereits sechs Monate nach der Diagnose erneut. Hat ein Kleinkind eine Allergie auf Hühnerei könnte eine Provokationstestung nach einem bis anderthalb Jahren sinnvoll sein. Bei einem Nussallergiker wäre evtl. eine Provokation nach fünf Jahren sinnvoll.

Grundsätzlich kann die Provokation jedoch nachweisen, dass die Nahrungsmittelallergie sich verloren hat. Es hat sich aber gezeigt, dass selbst eine positive Provokation, d.h. selbst wenn es zu einer allergischen Reaktion kommt, einen positiven Effekt hat. Wenn Patienten bzw. Eltern sehen, dass zwar eine allergische Reaktion möglich ist, diese jedoch ohne Folgen „überlebt“ wird, sinkt die Angst und die Lebensqualität steigt. Auch eine Ausweitung des Speiseplans ist so möglich, z.B. ist gebackene Milch und gebackenes Ei in vielen Fällen verträglich. Auch dadurch sinkt die Angst und steigt die Lebensqualität.

Die größte Angst von Familien, deren Kinder von Nahrungsmittelallergien bzw. Anaphylaxie betroffen sind, ist die Angst vor einem tödlichen Ausgang? Wie berechtigt ist diese Befürchtung?

Der tödliche Ausgang einer Anaphylaktischen Reaktion ist deutlich seltener als angenommen. Studien in Spanien, der Türkei und Deutschland haben Anaphylaktische Ereignisse untersucht, die über einen Notarzteinsatz behandelt wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass es zwar zu schweren Schockereignissen kommen kann, dass diese jedoch nur ausgesprochen selten tödlich enden. Bei jungen Menschen gab es in diesen Untersuchungen keine Todesfälle.

Herr Dr. Lange, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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