Wie wirkt sich eine Nahrungsmittelallergie auf die Lebensqualität aus?

Wie verändert sich diese Angst bei Jugendlichen mit Nahrungsmittelallergien?

Bei Jugendlichen, die unter einer Nahrungsmittelallergie leiden, stellt man häufig fest, dass sie beginnen die Erkrankung auf die leichte Schulter zu nehmen. Viele können sich an ihre anaphylaktischen Reaktionen nicht mehr erinnern, so dass die Angst nachlässt.

Man nimmt auch nicht bei allen Nahrungsmittelallergikern regelmäßige Provokationen vor, denn dies ist nicht in jedem Fall sinnvoll, auch angesichts des relativ hohen Aufwands eines stationären Aufenthaltes. Wenn jedoch die Chance besteht, dass sich die Allergie "ausgewachsen" hat – bei Nussallergikern sind das z.B. 10 bis 20 Prozent der Patienten - kann eine Provokation durchaus angebracht sein.  Durch die Provokation wird der Jugendliche dann auch daran erinnert, wie es sich anfühlt, wenn eine anaphylaktische Reaktion eintritt und bekommt wieder mehr "Respekt" vor der Erkrankung.

Grundsätzlich ist es in diesem Alter sehr wichtig, "dazu zu gehören" und "nicht anders zu sein". Der Autoinjektor wird deshalb oft nicht mehr regelmäßig mitgeführt und die Risikobereitschaft nimmt zu. Das kann dazu führen, dass Jugendliche unbekannte Nahrungsmittel einfach "ausprobieren" und abwarten, ob eine Reaktion erfolgt.  

Gibt es auch Erkenntnisse zur Angst bzw. der Lebensqualität der Eltern von Kindern mit Nahrungsmittelallergie?

Die Eltern von Kindern mit Nahrungsmittelallergien leiden stark unter der Angst, ihr Kind könnte in Kindergarten, Schule oder bei Freunden mit seinem Allergen in Kontakt kommen und massiv allergisch reagieren.

Hinzu kommt, dass Eltern sich oft von ihrer Umgebung nicht ernst genommen fühlen. Wenn Eltern versuchen, auf das Gefahrenpotenzial für ihr Kind aufmerksam zu machen, wird das Problem oft bagatellisiert. Darunter leiden die Mütter oft stärker als die Väter, da sie häufig die Hauptlast der Betreuung tragen. Allerdings sind Mütter laut Studien eher in der Lage, ihre persönliche Lebensqualität durch das Schaffen von unterstützenden Netzwerken zu verbessern. Betroffen davon sind aber auch Geschwister und Großeltern.

Ein wichtiges Thema ist die Überprotektion. Wenn Eltern ihre schon etwas größeren Kinder auf den Schulfreizeiten begleiten, ist dies für die Kinder oft sehr unangenehm. Viele Eltern sprechen auch regelmäßig alle Betreuer bzw. Menschen im persönlichen Umfeld des Kindes an, weil sie sicher gehen wollen, dass die Vorsicht nicht nachlässt. In den Befragungen sind die Eltern sich oft der Tatsache bewusst, dass sie überprotektiv agieren, sehen aber keine Alternative.

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