Lebensmittelqualität

Dipl. oec. troph. Angelika Kinskofer-Dörr aus Gießen

Lebensmittelqualität - Unterschiede erkennen und richtig auswählen!

Wie sieht es bei Obst und Gemüse aus? Welche Rolle spielt die Art des Anbaus im Hinblick auf den Gesundheitswert? Ist Bio gesünder? Welche Rolle spielt das Herkunftsland?

Bei der Erzeugung von Gemüse und Obst spielen viele Faktoren für den Nährstoff- und Vitamingehalt eine Rolle. Dazu gehören die Anbaumethode, die Bodenqualität, die Düngung, der Standort, das Herkunftsland, der Erntezeitpunkt und der Frischegrad zum Zeitpunkt, zu dem die Ware zum Verbraucher gelangt. Dies schließt also etwaige Transportwege und die Lagerung mit ein. Daher gibt es auch hier keine eindeutige einfache Antwort. 

Sicher beeinflusst es den Vitamingehalt, ob das Gemüse aus dem Treibhaus oder dem Freilandanbau kommt, ob es evtl. schon längere Transportwege hinter sich hat, oder auch ob es im konventionellen Erwerbsanabau oder Ökoanbau erzeugt wurde.

Gemüse von Öko-Feldern enthält weniger Nitrat, es werden keine chemisch-synthetischen Düngemittel verwendet und bestimmte Pflanzenschutzmittel sind nur in wenigen Ausnahmefällen, z.B. bei starkem Schädlingsbefall, erlaubt. Ein vorbeugender Einsatz ist untersagt.

Wichtig ist, dass dort Sorten angebaut werden, die an den Standort und das Klima angepasst sind und außerdem weniger anfällig für Schädlinge und Krankheiten sind. Die Bodenfruchtbarkeit wird gefördert z.B. durch Zwischensaaten.

Biogemüse und Obst haben wohl, Studien zufolge, ein leichtes Plus bei den sekundären Pflanzenstoffen und enthalten auch höhere Mengen an Vitamin C. Dadurch schmecken Obst und Gemüse auch intensiver, d.h. auch der Genusswert ist bei den Produkten aus Öko-Anbau höher.

Auch das Herkunftsland spielt eine Rolle. Grundsätzlich sollte heimisches Gemüse und Obst bevorzugt werden, wenn es Saison hat, denn dann ist es besonders vitaminreich und frisch - hilfreich ist hier ein Saisonkalender. Jedoch gibt es Gemüse wie südländische Paprika und Tomaten, die überwiegend nur aus EU-Importen kommen und sogar das ganze Jahr über verfügbar sind. Hier spielt es wieder eine Rolle, ob die Produkte dort aus Freiland-, Treibhaus- oder aus Öko-Anbau stammen.

Erdbeeren, Kirschen, Pflaumen etc. stammen zur Haupterntezeit in der Regel aus der Region und werden auf den Wochenmärkten oder Verbrauchermärkten angeboten. Hier sind allerdings kurze Wege wichtig, da solches Obst schnell verdirbt.

Viele andere Obstarten, wie z.B. Bananen, Ananas, Papaya etc. wachsen nicht bei uns  oder haben nicht immer Saison, wir wollen sie aber trotzdem das ganze Jahr über kaufen, z.B. auch Äpfel und Erdbeeren!

Obst aus südlichen Ländern der EU, wie z.B. Trauben, Pfirsiche etc. ist manchmal preislich wesentlich günstiger, da es auch in größeren Mengen angebaut wird. Doch gibt es teils erhebliche Qualitätsunterschiede und manches importierte Obst hat den Nachteil, dass es aufgrund längerer Transportzeiten nicht reif geerntet werden kann und sich deshalb oft als nicht gerade  geschmacksintensives Erlebnis entpuppt, denn bestimmte Früchte können nicht nachreifen.

Obst kann auch stärker belastet sein, da es z.B. in Nicht-EU-Ländern oft nicht so strenge Vorschriften in Bezug auf Dünge-und Spritzmittel gibt.

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