Lebensmittelqualität

Dipl. oec. troph. Angelika Kinskofer-Dörr aus Gießen

Lebensmittelqualität - Unterschiede erkennen und richtig auswählen!

Ein wichtiger Faktor bei "tierischen" Lebensmitteln scheint das Futter zu sein. Worauf muss man achten bei Milchprodukten, Fleisch, Eiern, Geflügel und Fisch?

Ja, die Fütterung ist ein wesentlicher Faktor. Futter in der konventionellen Landwirtschaft besteht aus konventionellem Kraftfutter, im Wesentlichen aus Mais und Soja hergestellt, schlimmstenfalls aus genetisch verändertem Mais oder Soja. Tiere, die dagegen auf der Weide gehalten werden und Gras fressen oder mit Gras gefüttert werden, bauen überwiegend die für unseren Körper lebenswichtige Alpha-Linolensäure, eine  Omega-3-Fettsäure, auf. Kühe, die mit  Kraftfutter aus Mais und Soja  im Stall gefüttert werden, bauen verstärkt Omega-6-Fettsäuren, d.h. Linolsäure, auf. Aus gesundheitspräventiven Gründen sollten Omega-3-fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen. Unsere Ernährung ist heute eher Omega-6-Fettsäuren-lastig und ein Faktor hiebei ist auch die Art der Tierfütterung. Milch und Milchprodukte von Kühen auf der Weide sind also auch gute Omega-3-Fettsäure-Quellen, während  die von Kühen aus dem Stall, die mit Soja-Kraftfutter gefüttert werden, überwiegend Omega-6-Fettsäuren enthalten.   

Während im konventionellen Landbau die Weidehaltung und Grüngrasfütterung eher selten praktiziert werden, wird sie im Öko-Landbau verstärkt empfohlen, ist aber auch dort nicht immer anzutreffen. Ein bestimmter Anteil an zugekauftem Kraftfutter ist dort auch erlaubt, der größere Teil sollte aber aus eigenem ökologischem Futter-Anbau stammen. Genetisch manipulierte Futtermittelzusätze sind absolut tabu. Wer als Verbraucher auf Tiere mit Weidehaltung bzw. die entsprechenden Produkte Wert legt, sollte genauer nachfragen.

Wichtig ist es also festzustellen: Die Fütterung entscheidet, ob wir ein Mehr an gesundheitsförderlichen oder eher zuviel gesundheitshemmende Fette aus tierischen Lebensmitteln aufnehmen. Aus der Alpha-Linolensäure, d.h. der Omega-3-Fettsäure,  werden nämlich die sogenannten EPA, d.h. Eicosapentaensäure, und DHA, d.h. Docosahexaensäure, aufgebaut. Diese EPA wiederum  ist der Ausgangstoff für entzündungshemmende Stoffe. Ihre Aufnahme bietet Schutz vor allen möglichen Entzündungsgeschehen im Körper und auch vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Omega-6-Fettsäure dagegen bildet die Vorstufe zur Arachidonsäure, die Entzündungen eher begünstigt. Dies ist auch für Menschen mit entzündlichen Hautekzemen wichtig zu wissen.

Das gleiche gilt für Geflügel und Eier von Hühnern, die im Freien herumlaufen und Gras fressen können.

Und worauf sollte man bei Kauf von Fisch achten?

Bei Fischen ist darauf zu achten, dass sie aus zertifizierter nachhaltiger Fischerei kommen und das MSC-Siegel tragen. Es weist auf Fischarten aus nicht bedrohten Meeres-Fischbeständen hin, sowie auf Fischereibetriebe, die umweltverträgliche Fangmethoden anwenden. Bei Fisch aus Aquakulturen gibt es das ASC-Siegel, das Fischzuchtbetriebe zertifiziert, die auf die Aspekte Umwelt, Arbeitsbedingungen und Tierwohl achten.

Normalerweise fressen Fische Plankton und Algen, daher sind sie als Omega-3-Fettsäuren-Spender geradezu prädestiniert. Leider wird in manchen nicht zertifizierten Aquakulturen schon wieder zunehmend Sojafutter eingesetzt und somit das Fettsäuremuster negativ verändert. Durch das Zufüttern wird auch das Meerwasser überdüngt, sodass die natürliche Meeresflora und –fauna in der Umgebung der Aquakultur verschwindet. Bio-Aquakulturen sind zu empfehlen, da sie sich von der Massenfischzucht mit ihren negativen Erscheinungen abgrenzen.

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden.