Lebensmittelqualität

Dipl. oec. troph. Angelika Kinskofer-Dörr aus Gießen

Lebensmittelqualität - Unterschiede erkennen und richtig auswählen!

Dass die Erzeugung und Verarbeitung bei der Lebensmittelqualität eine große Rolle spielt, scheint erwiesen - diese richtig zu erkennen und auszuwählen ist jedoch nicht so leicht! Die Qualität der Lebensmittel rückt für viele Verbraucher zunehmend in den Fokus und für Menschen, die eine Nahrungsmittelallergie oder eine Nahrungsmittelunverträglichkeit haben, ist das Thema Qualität besonders wichtig. Da es beim Verzicht auf bestimmte Lebensmittelgruppen zu Mangelerscheinungen kommen kann, sollte die Qualität der "erlaubten" Lebensmittel optimal sein. MeinAllergiePortal sprach mit Dipl. oec. troph. Angelika Kinskofer-Dörr aus Gießen über die richtige Auswahl qualitativ hochwertiger Nahrungsmittel.

Frau Kinskofer-Dörr, welche Faktoren sind wichtig für die Qualität von Nahrungsmitteln, insbesondere für den Gehalt an Nährstoffen und Vitaminen?

Welche Auswirkungen die Erzeugung auf den Nährstoff-und Vitamingehalt bzw. generell auf die Gesundheit des Menschen hat, ist nicht so leicht nachzuweisen. Bei tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Milch, Eiern und Fisch spielt aber sicher die Tierhaltung eine wichtige Rolle.

Zum einen haben wir die Massentierhaltung, die immer wieder durch Skandale in Verruf gerät, mit hohem Tierbesatz pro Quadratmeter und manchmal sehr unbefriedigendem Tierschutz, sowie präventivem Antibiotika-Einsatz, unter anderem auch zur Leistungssteigerung. Zum anderen werden Fleisch, Milch und Eier aus ökologischer Landwirtschaft angeboten, wo es zumindest hohe Standards gibt in der Tierhaltung und immer mehr engagierte Landwirte, die anders wirtschaften wollen. Hier sollen weniger Tiere gehalten werden dürfen, sie haben im Stall ausreichend Platz oder leben zum Teil über den Sommer im Freien, was eine artgerechte Haltung bedeutet. 

Allerdings kommt es hier sehr auf die gute Praxis des einzelnen Landwirts an und es gibt auch im Ökologischen Landbau noch Verbesserungsbedarf. Der Einsatz von Naturheilmitteln, nur im Notfall Antibiotika, ist ebenso eine Prämisse. Die Tiere sind dadurch auch robuster, zumal wenn sie auf der Weide gehalten werden. Futter darf nur eingeschränkt zugekauft werden, auf keinen Fall dürfen genetisch veränderte Futtermittelpflanzen eingesetzt werden. Die Aufzuchtzeit im ökologischen Landbau dauert länger, daher ist auch die Fleischqualität besser. Dazwischen gibt es sicher auch noch kleinbäuerliche Betriebe oder konventionelle Erzeugergemeinschaften, die zwar nicht nach ökologischen Standards, aber nach bestimmten Erzeuger-Richtlinien, auch unter Berücksichtigung der Tierhaltung, arbeiten und daher auch gute Qualität liefern.

Die Haltung wirkt sich auf Fleisch, Milch und Eier aus. So gibt es erste Hinweise in einer niederländischen Studie, dass Kleinkinder, die Milch von Biohöfen zu trinken bekamen, insgesamt weniger an allergischen Hauterkrankungen litten. Auch der Gehalt an fetthaltigen Vitaminen A und E war höher sowie der Omega-3-Fettsäure-Gehalt. Daher ist es von Vorteil beim Einkauf zu wissen, woher das Fleisch, die Eier etc. stammen oder Biofleisch direkt beim Erzeuger zu kaufen. Es gibt aber noch keine ausreichenden Langzeitstudien, die beweisen können, dass der  Gesundheitswert dieser Lebensmittel generell  höher ist!

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