Eliminationsdiät bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Dipl. oec. troph. Sabine Göldner-Freitag, Ernährungstherapeutin in Stadtoldendorf

Eliminationsdiät bei Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten & Intoleranzen

Bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit bzw. bei einer Intoleranz ist es in der Regel nicht nötig, die unverträglichen Nahrungsmittel strikt zu meiden. Die jeweiligen Toleranzgrenzen sind individuell sehr unterschiedlich. Mengen, die bei dem Einen Beschwerden auslösen, sind für den Anderen noch sehr gut verträglich. Für die Betroffenen stellt sich deshalb weniger die Frage: Welche Nahrungsmittel sind verboten? Vielmehr ist es wichtig zu wissen: Was vertrage ich in welcher Menge? Was vertrage ich in welcher Kombination mit anderen Nahrungsmitteln? Mit Dipl. oec. troph. Sabine Göldner-Freitag, Ernährungstherapeutin in Stadtoldendorf sprach MeinAllergiePortal zur Klärung dieser Fragen über die Methodik der Eliminationsdiät.

Frau Göldner-Freitag, Menschen, die eine Nahrungsmittelunverträglichkeit haben, wird häufig empfohlen, eine Eliminationsdiät durchzuführen. Wie genau funktioniert das?

Grundsätzlich sollte eine Diagnostik von Fachärzten durchgeführt worden sein, bevor auf eigenen Verdacht Lebensmittel weggelassen werden. Wenn tatsächlich eine klinische Relevanz vorliegt, dann sollten die Betroffenen mit Ernährungstherapeuten gemeinsam eine Eliminationsdiät beginnen. Die Eliminationsdiät richtet sich nach der Diagnose und besteht z.B. aus drei Phasen. Meistens wird eine Dauer zwischen 2 und 4 Wochen pro Phase, also von insgesamt 6 bis 12 Wochen empfohlen. Das liegt daran, dass die Reaktionen individuell sind. Bei manchen Patienten tritt bereits nach zwei Wochen eine deutliche Verbesserung der Beschwerden ein, bei anderen dauert es länger.

Die verträglichen Mengen z.B. an Milchzucker, Fruktose, Histamin sind individuell verschieden. Es wird empfohlen nach der Karenzphase, wenn die Beschwerden besser geworden sind, in die 1. Testphase überzugehen und diese Lebensmittel für 2 bis 4 Wochen wieder in den Speiseplan aufzunehmen. Es ist ratsam, immer nur ein neues Nahrungsmittel auszuprobieren, damit in den Therapiestunden besser nachzuvollziehen ist, woher eventuelle Beschwerden kommen. Wenn die Beschwerden deutlich besser geworden sind, kann in die 2. Testphase übergegangen werden. Die 2. Testphase ist im Großen und Ganzen eine "normale Auswahl von Lebensmitteln" - ohne Einschränkung. Manchmal erreicht der Patient trotz Eliminationsdiät keine Besserung, so dass ich die Patienten zur weiteren Differenzialdiagnostik schicke.

Welche Rolle spielt hierbei das Ernährungstagebuch? Welche Angaben sollte es enthalten?

Das Ernährungs- und Symptomprotokoll ist ein wichtiges Handwerkszeug für den Therapeuten, da z.B. bei einem Verdacht auf eine Histaminunverträglichkeit (Pseudoallergie) nur dieses Protokoll den Verdacht erhärten kann. Versteckte Fehlerquellen sind durch ein Ernährungsprotokoll besser aufzudecken. Es sollte z.B. folgende Angaben enthalten: Arbeitstag/Urlaubstag, Datum, Uhrzeit, welches Nahrungsmittel wurde verzehrt, inkl. Fettangaben z.B. von Milchprodukten, Medikamenteneinnahme (hier reicht bei regelmäßiger Medikation die einmalige Angabe für einen Tag aus) Getränke, Symptome mit Schweregrad, z.B. Blähungen, Bauchweh, Durchfälle. Hier ist es wichtig, auch die Stuhlsequenzen (Zeitabstände) und Stuhlkonsistenzen (Beschaffenheit) zu notieren.

Für einige Betroffene ist sicherlich das Führen eines Ernährungs- und Symptomprotokolls auch vor einer Ernährungstherapie hilfreich. Vielleicht fällt dem Betroffenen selbst schon etwas auf. Allerdings sollte er sich spätestens dann professionelle Hilfe suchen, damit keine Mangelerscheinungen auftreten bzw. Lebensmittel eingeschränkt werden, die gar nicht weggelassen werden müssten.

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