Lebensmittelintoleranz Datenbank Österreich

Mag. Peter Rait

Mehr Sicherheit mit der Lebensmittelintoleranz Datenbank Österreich

Wie war und ist Bereitschaft der Lebensmittelhersteller, Ihr Projekt zu unterstützen?

Einige Lebensmittelhersteller waren von Anfang an bereit, das Projekt aktiv zu unterstützen und sind teilweise auch heute noch an diesem Projekt beteiligt. Andere waren bisher nicht zu einer Teilnahme zu bewegen, weil sie einerseits fürchten, durch die Weitergabe der Daten die Kontrolle über diese zu verlieren bzw. weil sie der Ansicht sind, dass die Konsumenten sich direkt an sie wenden sollten.

Die Einführung einer verpflichtenden Allergenkennzeichnung auf europäischer Ebene hat zumindest dazu beigetragen, dass Unternehmen bereits über Allergeninformationen verfügen, was den zusätzlichen Arbeitsaufwand für eine Teilnahme an unserer Datenbank und somit die Zugangsschwelle vermindert.

Wie wird die Lebensmittelintoleranz Datenbank von den Betroffenen angenommen?

Die Datenbank wird von den Betroffenen durchwegs positiv angenommen, da es für sie die einzige Möglichkeit darstellt, sich umfassend über für sie konsumierbare Lebensmittel zu informieren, ohne beim Einkauf alle Etiketten nach problematischen Zutaten durchsuchen bzw. jeden Hersteller einzeln kontaktieren zu müssen. Wir erhalten derzeit mehr als eintausend Anfragen pro Monat auf unserer Homepage. Wir sind uns bewusst, dass es hier noch Potential nach oben gibt und haben darum einige Maßnahmen wie z.B. das Anbieten einer mobilen App geplant.

Wir setzen auch weiterhin einen Schwerpunkt auf die Information der Vertreter der Heilberufe, da diese einen Multiplikator hinsichtlich der Informationsverteilung darstellen.

Wie entwickelt sich aus Ihrer Sicht das Thema Lebensmittelintoleranz? 

Das Thema Lebensmittelintoleranz wird, obwohl es schon immer als Problemfeld existiert hat, erst seit einiger Zeit wirklich wahrgenommen bzw. öffentlich diskutiert, was sicher auf die Nutzung der sozialen Medien zurückzuführen ist. Früher erfolgte die Kommunikation meistens nur in eine Richtung und die Betroffenen hatten nicht so sehr die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.

Auf der Seite der Lebensmittelindustrie besteht nun zwar durchaus die Bereitschaft, die Allergeninformationen neben der Zutatenliste auf den Etiketten auch über andere Wege zu kommunizieren, jedoch erfolgt dies meist nur über eigene Kanäle, was die zentrale Verfügbarkeit in einer einheitlichen Form für alle Informationen unmöglich macht.

Die neuen Kommunikationsmöglichkeiten bieten auch die Möglichkeit, mehr Druck auf die Unternehmen auszuüben, um die Lebensmittelinformationen zugänglicher zu machen.

Herr Mag. Rait, herzlichen Dank für dieses Interview!

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