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Dr. Lars Lange, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Kinder-Pneumologe und Allergologe, St. Marien-Hospital, Bonn zu gefährlichen Nahrungsmittelallergien!

Risiko Nahrungsmittelallergie: Wann kann das gefährlich werden?

Eine Nahrungsmittelallergie ist, insbesondere bei Kindern, gar nicht so selten. Es gibt allerdings verschiedene Formen der Nahrungsmittelallergie, die auch unterschiedliche Ursachen haben, und nicht immer sind Nahrungsmittelallergien gefährlich. Wo aber liegen die Unterschiede und wann ist es tatsächlich nötig, bestimmte Nahrungsmittel streng zu meiden? MeinAllergiePortal sprach mit Oberarzt Dr. Lars Lange, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Kinder-Pneumologe und Allergologe in der Fachabteilung für Kinder- und Jugendmedizin am St. Marien-Hospital in Bonn über das Thema: Risiko Nahrungsmittelallergie: Wann kann das gefährlich werden?

Herr Dr. Lange, wann ist eine Nahrungsmittelallergie „harmlos“ und wann gilt sie als gefährlich?

Prinzipiell kann man sagen, dass durch Pollen ausgelöste Nahrungsmittelallergien, d.h. Kreuzreaktionen auf Nahrungsmittel in aller Regel weniger gefährlich sind, das gilt besonders für Kinder und Jugendliche. Bei Kindern kommt es nur dann zu schwereren Kreuzreaktionen, wenn die ersten Anzeichen übergangen werden und der Allergenkontakt fortgesetzt wird. Ein Beispiel aus der Praxis: Einer meiner Patienten, ein kleiner Junge, spielte mit seinem  Bruder „Kirschkernweitspucken“. Schon beim Biss in die erste Kirsche bemerkte er ein Kribbeln im Mund, aber er konnte nicht aufgeben, weil er ja gegen seinen Bruder gewinnen wollte. So aß er immer weiter Kirschen und schließlich kam es zu einem schwereren oralen Allergiesyndrom und Luftnot.

Primäre Nahrungsmittelallergien, d.h. Allergien, die sich direkt gegen ein Nahrungsmittelallergen richten, und die bei kleinen Kindern auftreten, sind eher die gefährlicheren Allergien.

Sie betonen die Kinder, wie ist dies bei Erwachsenen zu sehen?

Bei Erwachsenen kann es sein, dass es auch aufgrund von Kreuzreaktionen zu schwereren allergischen Reaktionen kommt, allerdings selten. Eher spielen bei den Erwachsenen Verstärkungsfaktoren eine Rolle, wie z.B. Anstrengung. Wenn z.B. bei einer Frau eine Apfelallergie, Anstrengung, Stress und vielleicht noch die Menstruation zusammen kommen, kann bei einem Biss in einen Apfel die allergische Reaktion durchaus schwerer ausfallen, als dies vielleicht ohne all diese Faktoren in der Vergangenheit der Fall war.  

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Im Zusammenhang mit Nahrungsmittelallergien ist oft von „Panallergenen“ die Rede, welche Rolle spielen sie?

Panallergene sind Eiweißstoffe, die in so gut wie allen Pflanzen vorkommen. Zwischen 10 und 40 Prozent der Pollenallergiker sind auch auf Panallergene sensibilisiert. Klinisch spielen die Panallergene in aller Regel keine große Rolle, das heißt, sie verursachen keine Allergiesymptome. Unter den Gräserpollenallergikern gibt es jedoch Menschen, die auf Profiline, die zu den Panallergenen gehören, reagieren und bei denen es bei Nahrungsmitteln wie Tomate, Melone oder Gurke zu Reaktionen kommt, meist geht dies über ein Kribbeln im Mund aber nicht hinaus.

Es gibt jedoch auch ganz neue Entwicklungen bei den Panallergenen. Vor kurzem wurde eine Studie mit Kindern zum Zusammenhang zwischen Panallergenen und dem Schweregrad der Allergiesymptome veröffentlicht. Diese Studie hat gezeigt, dass Kinder, die gegen viele Panallergene sensibilisiert sind, in diesem Fall z.B. Profiline oder Birkenpollen-kreuzreaktive Proteine, die sogenannten PR 10 Proteine, bei Allergenkontakt eine deutlich schwerere Symptomatik hatten, als Kinder, bei denen dies nicht der Fall war.1) Generell kann man also sagen, dass mit einer Sensibilisierung gegen mehrere Eiweißstoffe ein höheres Risiko einhergeht, schwerere Symptome zu entwickeln. Das bedeutet: Möglicherweise sind multiple Sensibilisierungen ein Indikator für den Schweregrad des oralen Allergiesyndroms. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die molekulare Allergiediagnostik.

 

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Welchen Beitrag leistet die molekulare Allergiediagnostik konkret?

Durch die molekulare Allergiediagnostik wird es möglich, diese Zusammenhänge zu verifizieren, d.h. sie liefert den diagnostischen Nachweis für einen bestehenden Verdacht. Das wichtigste Instrument für einen Allergologen ist die Anamnese. Durch ein gründliches Gespräch mit dem Patienten bekommt man bereits viele Anhaltspunkte. Die molekulare Allergiediagnostik kann dann bestimmte Vermutungen bestätigen, oder eben auch nicht.

Welche Symptome können bei harmlosen Nahrungsmittelallergien auftreten und inwiefern unterscheiden sie sich bei Kindern und Erwachsenen?

Menschen mit einer pollenausgelösten Nahrungsmittelallergie bzw. Kreuzreaktion haben meist Symptome im oder am Mund, z.B. ein Kribbeln an Zunge und Gaumen, Rötungen am Mund oder vielleicht eine leichte Schwellung der Lippen. Es kann aber auch zu stärkeren Schwellungen am Mund und dadurch zu Luftnotsymptomen kommen. Dass es tatsächlich zu Erstickungen kommt, weil der Mund komplett zuschwillt, ist jedoch eine absolute Rarität.

Möglich sind bei einer Kreuzreaktion aber auch Symptome außerhalb des Mundes.  Für Erwachsene hat Frau Prof. Ballmer-Weber in einer Studie gezeigt, dass Menschen aufgrund einer Kreuzreaktion auch Reaktionen eine Urtikaria entwickeln können, d.h. Quaddeln am ganzen Körper. Auch eine Symptomatik mit Übelkeit, Erbrechen und Luftnot sind möglich.2) Solche systemische Reaktionen sind nicht häufig, aber sie sind möglich.

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