Kuhmilchallergie Kinder

Mandy Ziegert, Medizinische Ernährungsberaterin, DRK Kliniken Berlin

Kuhmilch Allergie bei Kindern: Symptome, Diagnose und Tipps für Eltern

Wenn die Diagnose eindeutig ist, worauf müssen Eltern bei der Ernährung ihres Kindes achten, wenn es von einer Kuhmilch Allergie betroffen ist?

Wenn die Diagnose "Kuhmilch Allergie" eindeutig gestellt wurde würde man eine Eliminationsdiät beginnen und Milch und Milchprodukte für 12 bis 18 Monate aus dem Speiseplan streichen. Je nach Alter, müsste man die Milch dann mit Spezialnahrungen ersetzen - dies gilt für Säuglinge unter 12 Monaten - oder, nach dem ersten Lebensjahr, bei guter Verträglichkeit, auch mit Sojaprodukten. Dies müsste individuell mit dem behandelnden Arzt und dem Ernährungsberater abgestimmt werden. Nach 12 bis 18 Monaten müsste man erneut testen, ob die Kuhmilch Allergie noch besteht.

Die Kuhmilch Allergie muss nicht dauerhaft bestehen. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Kuhmilch Allergie verliert?

Die Prognose bei einer Kuhmilch Allergie ist gut. Ungefähr 80 Prozent der Kinder verlieren die Kuhmilch Allergie bis zum Schulalter wieder. Deshalb macht man auch alle 12 bis 18 Monate einen Test um zu sehen, ob dies vielleicht schon der Fall ist. Es gibt auch Kinder, die bereits nach 18 Monaten, drei oder vier Jahren die Kuhmilch Allergie verlieren. Es gibt aber auch Fälle, bei denen dies erst nach 10 Jahren der Fall ist. Beim überwiegenden Teil der Kinder verliert sich die Kuhmilch Allergie aber nach ca. 6 Jahren.

Gibt es Faktoren, die sich negativ auf das "Verschwinden" der Kuhmilch Allergie auswirken?

Ungünstig wirkt es sich aus, wenn beim Kind zusätzlich eine Neurodermitis besteht oder wenn der Sensibilisierungsgrad im Blut sehr hoch ist. In diesen Fällen kann die Kuhmilch Allergie länger bestehen bleiben. Untersuchungen haben gezeigt, dass dies nicht in allen Fällen so ist, aber das Risiko besteht. Man würde aber dennoch auch bei diesen Kindern die Diagnose nach 18 Monaten überprüfen um zu sehen, ob die Allergie verschwunden oder zumindest besser geworden ist.

Wie können Eltern sicherstellen, dass ihre Kinder durch den Verzicht auf Kuhmilch keinen Nährstoffmangel erleiden? Welche Gefahren bestehen ansonsten und wie vermeidet man sie?

Die drei wichtigsten Bausteine für die Ernährung, die die Milch liefert, sind Kalzium, Eiweiß und die B-Vitamine. Dies lässt sich, ab einem gewissen Alter, auch durch Sojadrinks ersetzen, die in der Regel Kalzium und hochwertiges Eiweiß enthalten. Es gibt bereits Sojadrinks, die auch B-Vitamine enthalten. Ansonsten ist eine ausgewogene Mischkost entsprechend der Ernährungspyramide zu empfehlen. Problematisch wird es dann, wenn noch weitere Nahrungsmittelallergien bestehen, oder wenn ein Kind sehr einseitig isst. Hier kann dann mit Hilfe eines Ernährungsprotokolls zusammen mit einer Ernährungsberatung ein individueller Speiseplan entwickelt werden, zumal sich das Essverhalten der Kinder mit zunehmendem Alter ändern kann. Dann ist es sinnvoll in gewissen Abständen mit Hilfe eines Ernährungsprotokolls zu untersuchen, wie ausgewogen der Speiseplan des Kindes ist, ob etwas ergänzt werden sollte und ob die Gefahr einer Fehlernährung besteht. Nur wenn dies nicht anders möglich ist, sollte man Vitaminpräparate etc. in Erwägung ziehen.

Frau Ziegert, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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