Hühnerei Allergie

Dipl. oec. troph. Petra Funk-Wentzel, Praxis für Ernährungstherapie, Schwerpunkt Allergologie und Nahrungsmittelunverträglichkeiten in Stuttgart

Allergie gegen Hühnerei: Allergene, Meidung, Ersatz

Wie sieht die Behandlung der Hühnerei Allergie aus? Was muss man meiden? Wodurch ersetzt man das Hühnerei im Speiseplan?

In der Regel wird das strikte Meiden von Hühnerei in jeder Form, d.h. pur, roh, gekocht, verarbeitet in Kuchen, Teigwaren, usw., empfohlen. Bei Fertigprodukten ist die Zutatenliste bei jedem Kauf auf entsprechende Angaben zu prüfen: Eiweißpulver, Volleipulver, Eiklar, Eigelb, Ovo-, Lysozym, Simplesse.  

Momentan sind lose Waren wie Backwaren oder Eis von der Eisdiele noch große Gefahrenquellen, diese werden erst Ende 2014 auch gesetzlich zur Kennzeichnung verpflichtet. Selbst auf Nachfrage erhält man nicht immer eine korrekte Antwort: Eisdielenbesitzer vergessen schon mal selbst, dass sie für Fruchteis Eiklar verwenden.

Der Begriff Eiweiß oder Protein unter den "Nährstoffangaben" eines Produktes bezieht sich auf das Eiweiß aller Zutaten und ist nicht unbedingt ein Hinweis auf Hühnereigehalt. Es sollte immer die Zutatenliste geprüft werden – auch Allergikerhinweise sind nicht unbedingt hilfreich, denn dafür gibt es keine klaren Regelungen. Wie damit umzugehen ist sollte man auch in der individuellen Ernährungsberatung klären.

Die Herstellung von eifreien Produkten im eigenen Haushalt bietet Sicherheit, allerdings sollten nicht zeitgleich Eierspeisen zubereitet werden, denn schnell sind Rührlöffel oder Töpfe vertauscht! Verspeist ein Kind ein Rührei, sollte es nicht aus dem gleichen Glas wie der Allergiker trinken! Nach dem Verarbeiten von Eiern immer sorgfältig die Hände waschen.  

Ist eine detaillierte Diagnostik mit Einzelkomponenten und/oder eine Provokationstestung auf verbackenes bzw. gegartes Ei erfolgt, können die Empfehlungen auch individuell anders ausfallen – aber nur dann!

Als Ersatz für Hühnerei gibt es viele Alternativen. Zum Backen von Muffins, flachen Kuchen oder Pfannkuchen kann ein Ei durch 2 EL Kartoffelstärke oder Sojamehl mit 2 bis 3 EL Wasser ersetzt werden. Viele Teige sind auch traditionell ohne Ei herstellbar: Hefeteig, Strudelteig, Mürbeteig. Zur Lockerung von Hackfleisch kann Quark oder eine rohe Kartoffel verwendet werden.

Gibt es noch weitere Gefahrenquellen für Hühnerei? 

In Impfstoffen können auch Hühnereiallergene in sehr geringer Dosierung vorkommen und das Allergen Lysozym ist gelegentlich Bestandteil von Hals-Lutschtabletten. Auch in Ei-Shampoo kann Hühnerei-Eiweiß zugesetzt sein.

Manche für Kinder typische Allergien, wie z.B. die Kuhmilch Allergie, können sich auch wieder verlieren. Gilt das auch für die Hühnerei Allergie?

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kleinkind eine Toleranz gegen Hühnerei entwickelt ist sehr hoch: Etwa 70 Prozent aller Hühnereiallergiker reagieren im Schulalter beim Verzehr von Eiern nicht mehr mit Symptomen. Daher ist es sinnvoll, dass bei einer dauerhaften Auslassdiät die Allergie alle 1 bis 2 Jahre wieder überprüft wird: Haut-, Blut- und Provokationstestungen.

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