Histaminintoleranz-Diagnose - sinnvolle Tests

Dr. Kai Wiemer zur Histaminintoleranz-Diagnose: Welche Tests sind sinnvoll und welche nicht?

Histaminintoleranz-Diagnose: Welche Tests sind sinnvoll, welche nicht?

Die Diagnostik bei angenommener Histaminintoleranz ist schwer. Zum einen gibt es keinen „wasserfesten“ Test, der eine Histaminintoleranz eindeutig nachweist. Zum anderen können die gleichen oder ähnliche Symptome auch bei anderen Erkrankungen auftreten. Hinzu kommt, dass nicht alle Histaminintoleranz-Tests, die angeboten werden, auch verlässlich sind. MeinAllergiePortal sprach mit Dr. Kai Wiemer, Oberarzt der Inneren Medizin I, Gastroenterologie/Allg. Innere Medizin im St. Elisabeth Hospital in Herten über die Histaminintoleranz-Diagnose und welche Tests sinnvoll sind und welche nicht.      

Herr Dr. Wiemer, welchen Stellenwert hat der DAO-Wert für die Diagnose einer Histaminintoleranz?

Früher hat man die DAO-Aktivität oder auch die DAO-Menge im Blut bestimmt, aber heute spielt die Bestimmung des DAO-Wertes bei der Diagnose der Histaminintoleranz keine Rolle mehr.

Die Bestimmung des DAO-Wertes bei der Diagnose der Histaminintoleranz birgt die folgenden Probleme:

1. Sowohl die Blut-Abnahmetechnik als auch der Laborversand bergen große Fehlerquellen. Z.B. ist eine lückenlose Kühlkette der Blutproben ausgesprochen wichtig, aber nicht immer gegeben.

2. Es gibt beim DAO-Wert ein Normwertproblem. Das bedeutet, die DAO-Werte der Patienten sind zum einen sehr unterschiedlich und zum anderen findet man bei Patienten, die bei histaminreicher Nahrung von Symptomen berichten, oft ausreichend hohe DAO-Mengen im Blut. Hier stellt sich dann die Frage, ob das Enzym eventuell nicht ausreichend effektiv arbeitet.

3. Es gibt in der wissenschaftlich anerkannten Literatur keinen Hinweis auf die verlässliche Aussagekraft des DAO-Wertes zur Diagnose einer Histaminintoleranz

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