Histaminintoleranz Hormone

Dr. Kai Wiemer zum Zusammenhang zwischen Histaminintoleranz und Hormonen!

Histaminintoleranz und Hormone: Pille, Schwangerschaft, Wechseljahre!

Welcher Zusammenhang besteht zwischen den Hormonen Kortison und Cortisol und der Histaminintoleranz?

Kortison und Cortisol sind klassische Stresshormone, die von der Nebennierenrinde tageszeitabhängig ausgeschüttet werden. Zum Beispiel kommt es am Morgen zu einem deutlichen Kortisonhoch. Auch hier gibt es Hinweise darauf, dass es Patienten mit Unruhestörungen oder Panikzuständen unter einer Histamin-Auslassdiät deutlich besser geht.

Ein Problem besteht darin, dass viele Patienten mit allergischen Grunderkrankungen unter einer Kortison-Therapie stehen. Dadurch verwischen sich oft die Grenzen zwischen der physiologischen Kortison-Ausschüttung und der medikamentösen Kortison-Behandlung.

Welchen Einfluss haben die Wechseljahre auf Frauen mit Histaminintoleranz?

Es lässt sich nicht eindeutig sagen, welchen Einfluss die Wechseljahre auf Frauen mit Histaminintoleranz haben.

Viele Patienten stellen Symptome einer Histaminintoleranz fest, wenn sie sich der Zeit der Menopause nähern, d.h. ab etwa dem 50. Lebensjahr. Allerdings lässt sich häufig anamnestisch nur sehr schwer herausarbeiten, seit wann die Histaminintoleranz-Symptome aufgetreten sind, dieser Prozess ist oft schleichend.

In manchen Fällen, wenn gastrointestinale Probleme wie Bauchschmerzen, Übelkeit oder Durchfälle schon seit langem bestehen, haben die Patienten bereits die Diagnose „Reizdarm-Syndrom“ erhalten, erfahren aber mit zunehmendem Alter eine Verstärkung ihrer Symptome. Wenn sie dann selbst recherchieren, entdecken sie, dass ihre Symptome zu einer Histaminintoleranz passen könnten, und kommen zum Gastroenterologen um dies abzuklären. Leider gibt es aber keinen eindeutigen Test zur Diagnose der Histaminintoleranz.

Hinzu kommen bei manchen Patienten überlappende Syndrome, z.B. die klassische chronische Urtikaria, eine Hauterkrankung, die mit Flush-Symptomatik, Quaddelbildung und Juckreiz einhergehen kann. Auch hier berichten Patienten, dass es unter einer histaminarmen Ernährung zur Verbesserung der Symptome kommt. Diese Symptome können aber auch bei der Histaminintoleranz auftreten.

Insgesamt scheint der hormonelle Wechsel in der Menopause dazu zu führen, dass es zu stärkeren Reaktionen auf Histamin kommen kann. Skeptiker argumentieren zwar häufig, dass diese Symptome allein auf das hormonelle Geschehen zurückzuführen sei. Es könnte jedoch auch sein, dass es sich um ein multifaktorielles Geschehen handelt und dann profitieren die Patienten von einer histaminarmen Diät.

Herr Dr. Wiemer, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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