Histaminintoleranz Hormone

Dr. Kai Wiemer zum Zusammenhang zwischen Histaminintoleranz und Hormonen!

Histaminintoleranz und Hormone: Pille, Schwangerschaft, Wechseljahre!

Was hat bei Histaminintoleranz einen stärkeren symptomdämpfenden Effekt, Progesteron oder Gestagen?

Die Datenlage insgesamt zur Histaminintoleranz ist nicht sehr gut, aber in Fallberichten wird postuliert, dass Progesteronpräparate Zyklusschmerzen oder auch Migräne kontrollieren könnten. Beide Symptome können auch  der Histaminintoleranz auftreten.

Wie kommt es bei Frauen mit Histaminintoleranz in der Schwangerschaft zur Reduktion der Symptome?

Kommt es zur Befruchtung, beginnt der Körper relativ rasch, Schutzmechanismen für das werdende Leben aufzubauen. Diese Schutzmechanismen verhindern, dass das Immunsystem den Embryo als Fremdkörper einordnet. Dazu gehört auch der Schutz vor Histamineinfluss, der zu einem frühen Abort führen könnte.

In der Schwangerschaft produziert der weibliche Körper deshalb hohe Mengen an Diaminoxydase, dem Enzym, dass Histamin abbaut. Der Diaminoxidase-Level in Gebärmutter und Plazenta schwangerer Frauen kann bis zu 500fach höher sein, als dies normalerweise der Fall ist. So kann es passieren, dass histaminunverträgliche Frauen in der Schwangerschaft eine deutliche Verbesserung ihrer Symptome erleben. Für die Frauen ist das sehr positiv, denn plötzlich können sie all die histaminreichen Speisen essen, die sie normalerweise nicht vertragen haben. Mit dem Ende der Schwangerschaft ist dieser Effekt allerdings wieder vorbei.
Histaminintoleranz ist ein sehr umstrittenes Krankheitsbild. Die Tatsache, dass histaminintolerante Frauen während der Schwangerschaft plötzlich wieder histaminreiche Speisen vertragen, ist aus meiner Sicht aber ein deutlicher Hinweis auf die Existenz der Erkrankung.     

Könnte man den positiven Effekt hoher Mengen an Diaminoxidase in der Schwangerschaft durch entsprechende Enzympräparate „kopieren“?

Die üblichen Diaminoxidase-Präparate sind zum einen nicht so hoch dosiert. Zum anderen haben sie nicht bei allen Histaminintoleranz-Patienten eine symptomkontrollierende Wirkung. Die Patienten müssen das individuell ausprobieren.

Gibt es noch andere Hormone, die bei der Histaminintoleranz Auswirkungen auf die Symptome haben könnten?

Auch die klassischen Stresshormone, wie z.B. Adrenalin, Kortison oder Cortisol könnten bei der Histaminintoleranz eine Rolle spielen.

Zum Beispiel gibt es Fallberichte zu Kindern mit ADHS, die auf eine Beteiligung hormoneller Wirkungen an den ADHS-typischen Unruhezuständen hinweisen. Das Hormon Histamin kann möglicherweise Adrenalinausschüttungen im Körper erhöhen und Adrenalin kann aggressive Unruhezustände fördern. Es gibt Eltern, die von einer Verbesserung dieser Unruhezustände und des Aggressionsverhaltens ihrer Kinder unter einer histaminarmen Diät berichten. Allerdings ist dies nicht das Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie, sondern, wie gesagt, lediglich ein Fallbericht.

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