Histaminintoleranz Schweiz SIGHI

Histaminintoleranz Schweiz (SIGHI)

Histaminintoleranz: Die SIGHI bietet Betroffenen Informationen und Hilfe!

Mit der Diagnose "Histaminintoleranz" beginnt für Betroffene häufig eine Zeit der intensiven Suche nach Informationen. Oft gestellte Fragen sind: Was bedeutet Histaminintoleranz? Welche Auswirkungen hat das auf meine Ernährung? Wie kann man sich mit anderen Histaminintoleranten austauschen? Die SIGHI, diese Abkürzung steht für die "Schweizerische Interessengemeinschaft Histamin-Intoleranz", setzt genau hier an und bietet Histaminintoleranten Informationen und Hilfe. MeinAllergiePortal sprach mit Heinz Lamprecht, einem der Gründer, über die SIGHI.

Herr Lamprecht, die Website der SIGHI ging am 11. November 2009  online - was hatte Sie damals zur Gründung der Gemeinschaft motiviert?

Der Bekanntheitsgrad dieses noch relativ neuen Krankheitsbildes "Histaminintoleranz" war damals - und ist auch heute noch - sehr klein. Die Betroffenen leiden unter einer sehr breiten Palette unspezifischer Symptome, die einer Allergie, einer Lebensmittelvergiftung oder einer Erkältung gleichen. Weil eine routinemäßige Allgemeinuntersuchung in solchen Fällen keinen auffälligen Befund liefert, werden die Betroffenen aus Unwissenheit entweder als "gesund" weggeschickt oder als eingebildete Kranke an die Psychiatrie verwiesen. Hilfe erhält man kaum irgendwo. Viele haben deshalb eine jahrzehntelange Ärzteodyssee hinter sich. So war es auch bei mir.

Erst vor ein paar Jahren bin ich dank jahrelangen Internetrecherchen, akribischen Ernährungsexperimenten, einigen Irrwegen und dem entscheidenden Tipp des Selbsthilfevereins "Krank durch Jod" schrittweise dahinter gekommen, was mich plagt. Die jahrzehntelangen Qualen und Entbehrungen wären gar nicht nötig gewesen, sondern hätten durch eine Ernährungsumstellung vermieden werden können, wenn einem das bloß mal jemand gesagt hätte. Diese Erkenntnis war natürlich ein sehr prägendes Erlebnis. Ich sagte mir: "Das darf nicht sein. Dieser Missstand im Gesundheitssystem muss behoben werden."

So war – gemeinsam mit der Leidensgenossin Barbara Vigfusson – der Entschluss gefasst, eine Infoplattform oder eine Patientenorganisation ins Leben zu rufen, um diese eigentlich recht häufige, aber noch kaum beachtete Unverträglichkeit bekannter zu machen. Sowohl Betroffene wie auch Fachpersonen sollten dadurch die Möglichkeit erhalten, den Zugang zu diesem Wissen leichter zu finden.

Was bieten Sie mit der "Schweizerische Interessengemeinschaft Histamin-Intoleranz"  ihren Mitgliedern?

Auf der Website www.histaminintoleranz.ch können die meisten und insbesondere die wichtigsten Informationen für den Umgang mit der Krankheit kostenlos abgerufen werden. Damit aber wenigstens ein paar Websitebesucher einen Anreiz sehen, Mitglied zu werden und dadurch die Finanzierung dieses Projekts zu ermöglichen, sind einige zusätzliche Hilfsmittel nur zahlenden Mitgliedern zugänglich. Derzeit sind dies insbesondere eine Rezeptsammlung, Gastrocards in verschiedenen Sprachen als Kurzanleitung für den Restaurantkoch, ein Medikamentenführer, eine Produkteverträglichkeitsdatenbank und vor allem unser Newsletter, um keine wichtigen Neuigkeiten zu diesem noch jungen und wenig erforschten Thema zu verpassen.

Mindestens so wichtig scheint mir aber der indirekte Nutzen einer Mitgliedschaft: Je erfolgreicher wir uns vernetzen und den Bekanntheitsgrad der Histaminose erhöhen können, umso mehr Betroffene erfahren von der Ursache ihres Leidens. Je mehr Betroffene diese Diagnose erhalten, desto mehr Forschungsgelder werden für diesen Bereich bereitgestellt, um in Zukunft Diagnosemethoden und Therapiemöglichkeiten entwickeln zu können, und umso grösser wird bei steigender Nachfrage auch das Angebot an Produkten werden, die für uns verträglich sind.

Wie wurde die SIGHI-Website von den Histaminose-Betroffenen angenommen?

Schon von Beginn weg hatten unerwartet viele Betroffene die SIGHI-Website entdeckt und sich angemeldet. Die Rückmeldungen der Betroffenen sind fast ausnahmslos voll des Lobes, was mich immer motiviert hat, weiter zu machen. Im Jahr 2013 hatten schon mehrere hundert Personen einen Halbjahres- oder Jahresbeitrag bezahlt. Das sind vorwiegend Betroffene, aber auch über 200 medizinische Fachpersonen haben sich seit der Gründung bereits angemeldet. 75 Prozent der Mitglieder sind weiblich, was sehr gut mit der in der Literatur genannten Geschlechterverteilung dieser Krankheit (um 80 Prozent) übereinstimmt. Die Länderverteilung bzgl. der Mitglieder sieht wie folgt aus: 50 Prozent Deutschland, 40 Prozent Schweiz, 6 Prozent Österreich und 4 Prozent übrige Länder.

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