Kräuter und Gewürze bei Histaminintoleranz

Dipl. oec. troph. Anne Kamp, Praxis für Ernährungstherapie in Neuenkirchen

Kräuter und Gewürze bei Histaminintoleranz

Welche bei der Weihnachtsbäckerei üblichen Gewürze sind erlaubt bzw. verboten?

Alle Gewürze sind grundsätzlich verträglich, außer bei einer gleichzeitigen pollenassoziierten Kreuzallergie, oder einer bekannten Allergie auf Kräuter oder Gewürze. Das sollte bei Verdacht allergologisch abgeklärt werden.

In Internetforen finden sich leider zahlreiche Listen mit Verboten für Gewürze und Kräuter bei HIT. Das ist wissenschaftlich nicht haltbar und bestätigt sich bei genauerer Betrachtung in der Praxis auch nicht. Die Listen werden üblicherweise von Betroffenen "gespeist", die möglicherweise tatsächlich auf Kräuter oder Gewürze reagieren, jedoch nicht auf Grund ihrer HIT sondern weil zeitgleich eine Allergie vorliegt, die nicht bekannt ist.

Sehr viele Menschen halten Gewürze und Kräuter für die Verursacher ihrer Beschwerden. Bei genauerer Betrachtung sind es häufig ganz andere Bestandteile im Essen gewesen, die hier Symptome hervorgerufen haben.   

Um die indische Küche machen viele Histaminintolerante aufgrund des Chilis in den Curries einen großen Bogen. Istdies berechtigt?

Zu den häufigsten Symptomen bei HIT zählen Magen-Darmbeschwerden. Wie für alle anderen Menschen mit geschwächtem Magen-Darmtrakt gilt auch hier, scharf gewürzte Speisen zu meiden, damit die Schleimhäute nicht zusätzlich belastet werden. Daher ist die typische indische Küche nicht geeignet. Falls die Gerichte selber zubereitet werden, kann der Chili Anteil ganz einfach reduziert werden. Bei Restaurantbesuchen ist ein entsprechender Hinweis an die Küche in der Regel möglich und hilfreich.

Sie erwähnten schon die Gewürzmischungen, muss man bei Histaminintoleranz lediglich auf Glutamat achten?

Nicht enthalten sein sollte in erster Linie der Geschmacksverstärker Glutamat (E 620-625). Viele Hersteller haben diesen Stoff schon aus ihren Produkten genommen. Alternativ wird nun Hefeextrakt eingesetzt. Da Hefeextrakt zu etwa 10 Prozent aus Glutamat besteht, können mengenabhängig hier ganz empfindliche Personen ebenfalls drauf reagieren. In der Regel sind diese Produkte jedoch viel besser verträglich.

Das gilt jedoch nicht für Hefe. Leider hält sich das Gerücht hartnäckig, dass Hefe bei Histaminintoleranz nicht gut verträglich ist. Der Deutsche Allergie und Asthmabund wie auch zahlreiche Ernährungstherapeuten arbeiten seit Jahren engagiert dafür, diese Falschaussage zu revidieren. Hefe enthält kein Histamin! Das dennoch viele Betroffene den Eindruck haben Hefebrote nicht zu vertragen liegt daran, dass sehr frische Brote oder Brötchen grundsätzlich eine Herausforderung für einen geschwächten Magen sind. Backwaren die älter als 24 Stunden sind, werden in der Regel problemlos vertragen.

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