Histaminintoleranz

Dr. Petra Zieglmayer, Chief Scientific Officer, QB, Allergieambulatorium Wien West.

Histaminintoleranz: Was passiert im Körper? Symptome? Diagnostik?

Kann sich die Histaminintoleranz auch wieder verlieren?

Ja, das ist möglich, die Diaminoxidasefunktionsstörung kann transient, d.h. eine vorübergehende Störung sein. Es ist z.B. möglich, dass eine solche Störung im Zusammenhang mit schweren gastrointestinalen Infektionen, aber auch Stresssituationen auftritt und sich dann wieder normalisiert. Eine Histaminintoleranz muss kein chronisches Problem sein, das einem ein Leben lang begleitet, es kann auch mit dem Alter wieder besser werden. Ich habe viele Patienten, die im mittleren Alter unter einer Histaminintoleranz gelitten haben und jetzt mit 70 Jahren keine Probleme mehr haben. Dies geht weder mit einer bestimmten Behandlung einher, noch korreliert es mit messbaren Diaminooxidasespiegeln.

Die Histaminintoleranz ist übrigens kein neues Phänomen, wir sind heutzutage nur sensibler. Früher hat man das Grummeln im Bauch oder auch Durchfälle nicht so sehr beachtet.

Histaminintoleranz wird manchmal lange nicht diagnostiziert. Welche Auswirkungen hat diese Tatsache? Sind Folgeerkrankungen möglich?

Nein, es konnte bisher nicht nachgewiesen werden, dass eine unbehandelte Histaminintoleranz vermehrt zu chronischen Erkrankungen der Erfolgsorgane wie z.B. Magen-Darmtrakt, Haut, zentrales Nervensystem, führt.

Wie sehen die Symptome bei der Histaminintoleranz aus? Treten sie sofort nach Kontakt mit Histamin auf, oder kann dies auch mit Verzögerung der Fall sein?

Patienten mit Histaminintoleranz leiden vor allem unter Kopfschmerzen, Störungen im Magen- Darmbereich, wie z.B. Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, Nesselsucht, Ödemen, es treten aber durchaus auch Regelschmerzen, Müdigkeit und  Schlafstörungen, eine rinnende Nase oder ein Reizhusten auf.

Diese Symptome stehen immer in einem zeitlichen Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme, wir reden hier von einem Zeitfenster zwischen 1/2 und drei bis vier Stunden. Allerdings hängt der Zeitpunkt, zu dem Beschwerden auftreten, auch von der Nahrungsmittelkategorie ab bzw. davon, wie schnell diese verstoffwechselt wird. Nur in Ausnahmefällen, bei massiver Darmträgheit, wäre es möglich, dass Symptome erst am nächsten Tag auftreten, dann wäre diese Darmträgheit für den Patienten wahrscheinlich eine größere Belastung als die Histaminintoleranz.

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